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Die Flucht. Kinderbuch über Krieg.

Wie spricht man mit Kindern über den Krieg?

Die Bilder von Krieg und Flucht sind überall und viele Kinder fragen nach, wollen mehr wissen, versuchen zu verstehen. Aber wie spricht man mit Kindern über den Krieg ohne sie dabei zu überfordern? Diese Bücher helfen dabei die richtigen Worte zu finden.

Francesca Sanna: Die Flucht. Ab 4 Jahren.

Kinderbücher über Krieg.

Zwischen Verlust und Hoffnung, Trauer und der Sehnsucht nach einem Neuanfang spannt Francesca Sanna den Bogen in dieser Geschichte. Nach zahlreichen Hintergrundgesprächen mit Kindern auf der Flucht hat die Autorin erstaunlich zarte Worte gefunden, um davon zu erzählen. Ihre Illustrationen berühren, die Bilder sind klar, eindringlich und schön, ohne dabei etwas zu beschönigen. „Die Flucht“ lässt Leser:innen mitfühlen und schafft Einfühlungsvermögen  und Verständnis. Francesca Sanna: Die Flucht. 46 Seiten. Nord Süd Verlag.

 

Claude K. Dubois: Akim rennt. Ab 6 Jahren.

Kinderbücher über Krieg

Obwohl Bilder vom Krieg, von Menschen, die alles verloren haben, allgegenwärtig sind, haben sie eine anonyme Anmutung. Dem Krieg ein Gesicht und eine Stimme  zu geben, die  Menschen dadurch hin- statt wegschauen zu lassen, war Kern der Idee zu „Akim rennt“. Denn Krieg ist nicht anonym, er ist persönlich und die Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig, ist die Autorin Claude K. Dubois überzeugt: „Wenn wir meinen, die Kinder wüssten nichts vom Krieg und dass wir sie mit all dem in Ruhe lassen sollten, dann ist das falsch. Das alles arbeitet in den Kindern und macht ihnen Angst. Deshalb ist es wichtig ein Buch zu haben, das das alles erklärt.“ „Akim rennt“ ist dabei berührend, wirkt auch nach der Lektüre noch nach und wurde nicht ohne Grund mit dem Deutschen Jugendliteratur Preis ausgezeichnet worden. Claude K. Dubois: Akim rennt.  96 Seiten. Moritz Verlag

 

Ceri Roberts: Wie ist es, wenn man kein Zuhause hat? Ab 5 Jahren.

Kinderbücher über Krieg

Konkrete Antworten auf drängende Fragen gibt dieses Bilderbuch: Warum müssen Menschen fliehen? Was kann ihnen unterwegs passieren und wie sieht ihr Leben an einem neuen Ort aus? Die Journalistin Ceri Roberts versucht gegenwärtige Entwicklungen, aber auch größere Zusammenhänge kindgerecht zu erklären, die Illustrationen von Hanane Kai unterstreichen die komplexen Inhalte und machen sie dabei verständlicher. Mit dem zweiten Band der Reihe „Wie ist es, wenn man arm ist?“ ziehen die Autoren darüber hinaus den thematischen Bogen von Armut, Hunger, Krieg und Flucht. Trotz der schwierigen Themen gelingt es dabei auch Hoffnung zu vermitteln und „Wie ist es, wenn man kein Zuhause hat“ animiert dazu die Zukunft gemeinsam positiv zu gestalten. Ceri Roberts & Hanane Kai: Wie ist es, wenn man kein Zuhause hat. 32 Seiten. Gabriel Verlag.

Kirsten Boie: Bestimmt wird alles gut. Ab 6 Jahren.

Kinderbücher über Krieg

Die Geschwister Rahaf und Hassan kommen aus der syrischen Stadt Homs, heute leben sie mit ihren Eltern in Deutschland. Wie es dazu gekommen ist und was sie unterwegs erlebt haben, haben sie Kirsten Boie erzählt. Und die deutsche Kinderbuchautorin hat ihre Geschichte aufgeschrieben. Sie erzählt in einfühlsamen Worten von zurückgelassenen Freunden, von Puppen und Bomben, von Flugzeugen und viel zu kleinen Booten, von schimpfenden Passanten, aber auch von freundlichen Wegbegleitern, die das Ankommen in der neuen Realität für die beiden leichter gemacht haben.  Kirsten Boie: Bestimmt wird alles gut. 48 Seiten. Klett Kinderbuch.

 

Isabel Minhos Martins & Bernardo P. Carvalho: Hier kommt keiner durch! Ab 4 Jahren

Kinderbücher über Krieg

„Hier kommt keiner durch!“ tritt den Beweis an, dass auch ein knallbuntes Wimmelbuch eindringlich und berührend sein kann. Was auf den ersten Blick geradezu humorig daher kommt – ein hitziger Aufpasser, der niemanden auf die rechte Buchseite hinüberlässt – wird von Seite zu Seite bedrängender. Hier wird nun also farbenfroh von willkürliche Staatsgewalt erzählt und dabei stellen sich schnell ernste Fragen: Warum gibt es Grenzen und welchen Sinn haben sie? Wer hat warum das Sagen? Wie geht man mit Angst und Panik um, und vor allem: wie lässt sich Widerstand organisieren? Bunt und wild und grenzüberschreitend. Isabel Minhos & Bernardo P. Carvalho: Hier kommt keiner durch! 40 Seiten. Klett Kinderbuch.

 

Esteli Meza, Miranda & Baptiste Paul: Frieden. Ab 4 Jahren.

Kinderbücher über Krieg

„Frieden heißt winken, Frieden heißt ruhen, aber auch gemeinsam etwas Mutiges tun“ – Mit diesem Bilderbuch haben Miranda und Baptiste Paul eine Hymne an den Frieden geschrieben. Die kraftvollen Illustrationen und die schönen Wörter geben Hoffnung und Mut, die Welt positiv mitgestalten zu können. Dabei geht es neben den großen Gesten, vor allem auch um die kleinen alltäglichen Dinge – denn die kann jeder von uns leisten und oft sind gerade sie es, die einen Unterschied machen. Estelí Meza, Miranda & Baptiste Paul: Frieden. 40 Seiten. Nord Süd Verlag.

 

Ostereier färben mit Rotkraut.

Ostereier färben: Heuer machen die Eier blau

Auch mit natürlichen Farben lassen sich Ostereier färben, Rotkraut zaubert mit wenigen Hilfsmitteln gleich drei Farben Blau.

Die Eierfärbe-Saison ist offiziell eröffnet und auch heuer werden die passenden Materialien wieder aus dem Küchenschrank geholt. Während wir letztes Jahr noch zu Kurkuma und Roten Rüben gegriffen haben, wurde nun mit Rotkraut experimentiert. Nicht nur, dass sich das Ergebnis wirklich sehen lassen kann, der Weg dorthin gleicht einem unterhaltsamen und vor allem Kleinkindtauglichen Ausflug in den Chemieunterricht.

Ostereier färben mit Rotkraut.

Viele Pflanzenpigmente sorgen für schöne Farben auf dem (weißen) Ei: Spinat färbt grün, getrocknete Heidelbeeren lila, Karotten orange. Manche Farbstoffe können einfach mit dem Ei mit gekocht werden (Kurkuma) andere müssen lange ziehen (Rotkraut). Das Ergebnis ist stets unaufdringlich, zart und schön.

Ostereier färben mit Rotkraut.

Für den Färbespaß werden folgende Utensilien gebraucht:

  • Ein Rotkraut-Kopf
  • 1,5 L Wasser
  • 1 EL Backpulver
  • 2 EL Apfelessig
  • (wenn möglich weiße) Eier
  • Gefäße für das Farbbad
  • Zeit

Ostereier färben mit Rotkraut.

Zuerst wird das Rotkraut geschnitten und in einem Topf mit Wasser bedeckt. Nach dem Aufkochen auf niedriger Flamme eine gute Stunde lang dahin köcheln lassen. In der Zwischenzeit werden die Eier vorbereitet. Etwaige Stempel können leicht mit Apfelessig entfernt werden. Die Eier in etwa 12 Minuten hart kochen und – wichtig – nicht abschrecken, sondern langsam auskühlen lassen.

Ostereier färben mit Rotkraut.

Das Rotkraut aus dem Wasser seien. Wir haben drei Varianten des Farbsuds angesetzt: Pur, mit einem kräftigen Schuss Apfelessig und mit 1 EL Backpulver. Wichtig ist, dass die Eier vollständig bedeckt sind und sich im Idealfall nicht berühren. Perfektionisten sollten die Eier darüber hinaus dann und wann auch drehen, damit die Aufliegestelle nicht zu stark sichtbar wird. Die Eier können nun über Nacht oder gern auch länger im Wasserbad vergessen werden.

Ostereier färben mit Rotkraut.

Hier das Ergebnis der Reihe nach: Ein leichter Grünstich kommt vom Backpulver, Apfelessig bringt dunkle Ergebnisse und der pure Sud führt zu einem sanften Blauton.

Ostereier färben mit Rotkraut.

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Farbe aus dem Küchenschrank, Teil 2: Ostereier färben mit Zwiebel und Kurkuma

Du willst dir die Anleitung für später merken? Pinne sie einfach auf Pinterest:

Ostereier färben mit Rotkohl

 

Schrottroboter, Pappkühe & co

Bastelbuch: Schrottroboter, juchhe!

Im Müll findet sich bekanntlich das beste Bastelmaterial. Denn Eierkartons, Korken, Konservendosen, Milchtüten, Toilettenpapierrollen, Kabelreste und Obstnetze eignen sich hervorragend für kunterbunte und spaßige DIY-Projekte. Das hat sich auch die dänische Künstlerin Annika Oyrabo gedacht und sich kurzerhand eine ganze Reihe an Upcycling-Ideen ausgedacht. Kühe aus Karton, ein Schrott-o-Saurus aus Korken, Deckel & Co oder eine Rakete aus Klopapierrollen – ihre Ideen machen jede Menge Spaß und lassen sich vor allem kinderleicht im Laufe eines Bastelnachmittags umsetzen. Gesammelt hat Oyrabo diese Ideen in ihrem Bastel- und Erfinderbuch „Schrottroboter, Pappkühe & Co“, eine ihrer Anleitung dürfen wir euch hier vorstellen: den Mini-Max!

Ich bau mir einen Roboter! Karton und Korken, Deckel und Draht – das ist doch viel zu schade für den Müll. Daraus bauen wir uns lieber diesen kleinen Mini-Max.

Das brauchst du:

  • Klebepistole
  • Klebestäbchen
  • Schere
  • Acrylfarbe
  • Pinsel
  • Stift
  •  2 Kartons für Körper und Kopf
  • 4 Korken für Arme und Beine
  • Deckel für Aufen, Knopf, Hände und Füße
  • 1 Strichcode für den Mund
  • Kabel für die Antenne
  • 1 Eierkarton für die Augen
Kopf, Körper, Arme & Beine

Zuerst klebt man den Kopf-Karton auf den Körper-Karton. Danach kommen die Korken für die Arme und Beine an die Reihe. Die Füße und Hände werden aus Deckeln gemacht. Klebe sie auf die Korken-Arme und -Beine. So bleibt Max sicher stehen. Male Max jetzt an.

Augen, Bauch & Antennen

Klebe für Max’ Augen verschiedene Deckel aufeinander. und die Augen dann auf Max’ Gesicht. Auch für den Bauch klebst du mehrere Deckel aufeinander, danach klebst du sie auf Max’ Körper. Wickle nun Kabel und Draht um einen Stift. Wickel den Draht so, dass die Spirale so breit wie Max’ Kopf wird. Der Draht sollte an beiden Enden etwas überstehen, damit du ihn am Kopf befestigen kannst. Nimm den Stift nach dem Drehen heraus und klebe die langen Enden der Spirale rechts und links an den Kopf. Schneide den Strichcode mit einer Schere aus und klebe ihn als Mund auf Max’ Gesicht.

Pupillen

Schneide aus dem Eierkarton zwei Trichter aus. Schneide jetzt den kleinen runden Punkt in der Mitte jedes Trichters aus und male in schwarz an. Nun klebst du ihn auf den weißen Augendeckel. Fertig ist Mini Max!

 

Bastelbuch: Schrottroboter, Pappkühe & Co

Noch viele weitere tolle Anleitungen gibt es in:
Annika Oyrabø: Schrottroboter, Pappkühe & Co. Geniales aus Müll basteln & bauen Ab 8 Jahre
144 Seiten. EUR 17,95, Beltz Verlag.
Und hier gehts zum Buch.

Was kommt nach der Volksschule?

Nachgefragt: Wie finde ich die richtige Schule für mein Kind?

Mittelschule oder Gymnasium, ein Sportschwerpunkt oder doch lieber die Schule im Ort? Die Wahl der weiterführenden Schule wird in den meisten Familien heiß diskutiert. Denn: Die eine richtige Antwort gibt es nicht. Bildungsforscherin Sabine Buchebner-Ferstl erklärt im Interview Stärken und Schwächen der verschiedenen Schultypen.

Die Entscheidung auf welche Schule ein Kind nach der Volksschule gehen soll, bedeutet für viele Eltern Druck und Stress. Warum ist das so und wie kann man dem entgegenwirken? 

Diese Entscheidung wird von den Eltern als wichtige Weichenstellung für das weitere Leben begriffen. Dies trifft insofern zu, als ein späterer Wechsel von der MS in eine AHS (nach der 8. Schulstufe) nur selten erfolgt und wenn, dann mit einer höheren Drop-Out-Quote einhergeht. Dies liegt nicht nur an Leistungsunterschieden zwischen AHS und (N)MS am Ende der 8.Schulstufe, sondern auch daran, dass sich die Neuankömmlinge natürlich auch erst in die neue Situation einfinden müssen (neue Lehrer:innen, anderer Unterrichtsstil, neuer Klassenverband…). Der Wechseln in eine BHS erfolgt hingegen wesentlich häufiger (ca. jede:r dritte (N)MS-Absolvent:in), wobei sich aber auch hier (N)MS-Absolvent:innen im Durchschnitt mit dem Übertritt etwas schwerer tun. Die gute Nachricht, die den Stress etwas nehmen kann, ist auf jeden Fall, dass weiterhin alle Bildungswege einschließlich der Weg zur Matura und zu einem späteren (Fach-)Hochschulabschluss offen stehen. Die etwas geringere Erfolgsquote im Vergleich zu Schüler:innen aus AHS-Unterstufen soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine deutliche Mehrheit der früheren (N)MS-Schüler:innen einen positiven Abschluss erreicht.  

Vor Augen halten sollte man sich auch, dass nicht der Schultyp an sich der ausschlaggebende Punkt ist, sondern vielmehr die Qualität der einzelnen Schule. So existiert eine Vielzahl ausgezeichneter (N)MS mit vielfältigem Angebot, während die Bezeichnung AHS nicht automatisch als Qualitätskriterium herangezogen werden kann. 

Sabine Buchebner-Ferstl

Sabine Buchebner-Ferstl.

Welche Faktoren sind für die richtige Schulwahl denn entscheidend?

Wenn zu erwarten ist, dass sich das Kind in einer AHS wahrscheinlich nicht so leichttun wird, ist die Entscheidung dafür auch nicht sinnvoll. Leider erfolgt die Trennung der Kinder mit zehn Jahren bei uns zu einem (zu) frühen Zeitpunkt. Neben der Intelligenz spielen auch viele andere Dinge wie Motivation, Konzentrationsfähigkeit, Arbeitshaltung und Selbständigkeit eine Rolle, die sich bei Kindern unterschiedlich entwickeln, für einen erfolgreichen Schulbesuch aber ebenso wichtig sind. In einer AHS sind die Anforderungen im Hinblick auf diese Aspekte in der Regel höher. In der (N)MS liegt der Schwerpunkt stärker auf der pädagogischen Ebene und der individuellen Förderung, was sicher als Stärke dieses Schultyps gesehen werden kann. Wenn ein Kind in dieser Hinsicht (noch) mehr Unterstützung benötigt, kann dieser stärkere individuelle Fokus sehr unterstützend für die weitere Entwicklung wirken. Grundsätzlich soll die Entscheidung für den Schultyp aber nicht von den Eltern allein und keineswegs gegen den Willen des Kindes getroffen werden. Auch die Einschätzung der Lehrkraft aus der VS ist ein wichtiges Kriterium. 

Geht es um die Wahl einer konkreten Schule, spielt der Wohnort im Hinblick auf das Angebot natürlich eine sehr große Rolle. Im ländlichen Raum stellt sich die Frage nach einer bestimmten Schule innerhalb eines Schultyps nicht in diesem Ausmaß, da die Angebote zumeist sehr überschaubar sind. Im städtischen Umfeld bestehen deutlich mehr Möglichkeiten, allerdings auch die größere Herausforderung, Qualität und Angebot der einzelnen Schule genau unter die Lupe zu nehmen. Die (N)MS mit hochengagierten Lehrpersonen und einem umfassenden Unterstützungssystem vermag vielleicht deutlich bessere Voraussetzungen zu bieten als die AHS, die sich aufgrund des Andrangs aufgrund des Schultyps nicht speziell um ihre Schüler:innen bemühen muss. Zusammenfassend ist es wichtig, dass die Schule zum Kind passen muss, sowohl was den Schultyp als auch die einzelne Schule betrifft. Spezielle Begabungen und Interessen des Kindes sollten hier natürlich ebenso einfließen – Schulen mit sportlichem musikalischen, sprachlichen, naturwissenschaftlichen etc. Schwerpunkt gibt es schon im Bereich der Sekundarstufe 1. 

Darüber hinaus existieren noch andere Kriterien für die Schulwahl, die einfließen können, z.B. die Erreichbarkeit der Schule (Anfahrtszeit) oder die Schulwahl der Freund:innen des Kindes. Hier gilt es besonders sorgfältig abzuwiegen, welchen Stellenwert diesen Kriterium einzuräumen ist. Prestigedenken oder sozialer Druck („man“ geht in diese Schule, moralische Verpflichtung gegenüber der Heimatgemeinde o.ä.) sollten gegenüber anderer Kriterien nur eine untergeordnete Rolle spielen. 

Problematisch wird es vor allem dann, wenn die Einschätzung von Eltern und Lehrkraft nicht übereinstimmen. Welche Möglichkeiten gibt es hier?

Eine Rolle spielt es hier sicher, welches Verhältnis zwischen Eltern und Lehrkraft besteht. Ein angespanntes Verhältnis oder das Gefühl, das eigene Kind wird ungerecht behandelt, können es Eltern schwermachen, die Einschätzung der Lehrkraft anzuerkennen. Empfehlenswert ist es als Elternteil, sich die Argumente der Lehrkraft gut anzuhören, kritisch zu reflektieren und sich auch vor Augen zu halten, dass die Lehrkraft das Kind in der Schulsituation täglich erlebt. Eltern und Lehrkräfte können dasselbe Kind durchaus unterschiedlich erleben bzw. das Kind verhält sich in der Schule eventuell anders als zuhause. Die Einschätzung der Lehrkraft sollte am besten als wichtiger Input für die Entscheidungsfindung verstanden werden, der vielleicht auch einen etwas objektiveren Blick auf das eigene Kind ermöglicht. Sind die Einschätzungen sehr unterschiedlich, ist es wichtig, sich sehr genau und auch (selbst)kritisch anzusehen, woran das liegen könnte. Gerade in dieser Situation wäre es besonders wichtig, im Gespräch zu bleiben und gegenseitige Wertschätzung und Respekt zum Ausdruck zu bringen. Nicht empfehlenswert ist es, die Lehrkraft unter Druck zu setzen, um bessere Noten als Eintrittskarte für die AHS zu erzwingen. Leider kann die Notengebung niemals gänzlich objektiv sein, sondern hängt etwa auch vom Kontext ab, also ob das Kind zum Beispiel einer leistungsstarken Klasse angehört oder sich der Großteil der Kinder mit dem Lernen schwertut. Im Gegensatz z.B. zu manchen deutschen Bundesländern ist die Empfehlung der Lehrkraft für einen Schultyp ohnehin nicht bindend, solange ein bestimmter Notenschnitt erreicht wird (nicht schlechter als GUT in Deutsch, Lesen, Schreiben, Mathematik und alle anderen Pflichtgegenstände positiv). 

Lässt die Notengebung einen Besuch der AHS nicht zu, obwohl die Eltern der Meinung sind, dies liege an der Beurteilung durch die Lehrkraft und nicht am Kind, besteht immer noch die Möglichkeit für das Kind, eine Prüfung abzulegen. Hat man allerdings einen sehr starken Eindruck, das eigene Kind werde (etwa auch im Hinblick auf die Notengebung) klar schlecht behandelt, benachteiligt o.ä. und ein wertschätzendes Gespräch zwischen Eltern und Lehrkraft nicht (mehr) möglich sein, kann es aber auch sinnvoll sein, die Schulleitung oder in weiterer Folge auch externe Personen (z.B. Schulberatungsstellen) beizuziehen. 

Und was wollen die Kinder? Wie wichtig ist es, die Kinder an der Entscheidung teilhaben zu lassen? Und passiert das in der Regel ausreichend?

Die Entscheidung für eine weiterführende Schule sollte niemals die alleinige Entscheidung der Eltern sein. Allerdings ist es auch nicht sinnvoll, das Kind mit der Entscheidung gänzlich allein zu lassen. Eine Mutter hat in einem Eltern-Forum geschrieben, ihr Kind hätte die Entscheidung „nach der Farbe des Turnsaals“ getroffen, weitaus häufiger ist es jedoch der Fall, dass das Kind in die Schule gehen möchte, in die auch der beste Freund oder die beste Freundin gehen wird. Zu berücksichtigen ist einerseits, dass Kindern sich entwicklungsbedingt im Alter von zehn Jahren noch schwertun, weitreichende Entscheidungen zu treffen, bei denen verschiedene Aspekte zu berücksichtigen sind. In einem ersten Schritt ist es wichtig, als Eltern – am besten noch in der 3.Schulstufe – einmal auszuloten, welche Vorstellungen das Kind hat bzw. ob es überhaupt schon über die Schulwahl nachgedacht hat. In vielen Fällen wird hier auch eine Übereinstimmung zwischen Eltern und Kindern bestehen. Das hat sehr stark mit den Sozialisationsbedingungen zu tun – für das Kind aus einer Familie mit hoher Bildungsaspiration, wo vielleicht beide Eltern Akademiker sind, ist es für das Kind oft „sowieso klar“, dass es in eine AHS gehen wird. Somit stellt sich auch die Frage nicht, ob und inwieweit das Kind in die Schulwahl einbezogen werden soll. 

Die Frage stellt sich insbesondere dann, wenn die Wahl der Eltern und des Kindes unterschiedlich ausfällt oder aber wenn der „übliche“ Weg nicht ideal erscheint (das Akademikerkind z.B. große Lernschwierigkeiten hat). Aufgabe der Eltern ist es, mit dem Kind gemeinsam eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen. Dazu gehört sicherlich auch, die eigenen Vorurteile und „Selbstverständlichkeiten“ zu hinterfragen („mein Kind muss in eine AHS“/“geht selbstverständlich in die örtliche (N)MS“). Eltern sollten ihrem Kind so gut wie möglich beratend zur Seite stehen und vielleicht auch Aspekte einbringen, die das Kind nicht bedacht hat. Sinnvoll ist es, sich gemeinsam über die gewünschte Schule und etwaige Alternativen zu informieren (Schulhomepage, Tag der Offenen Tür etc.), da Kinder in diesem Alter normalerweise noch nicht die Ressourcen besitzen, sich selbständig umfassend zu informieren. Dabei liegt es auch bei den Eltern, das Kind auf Alternativen aufmerksam zu machen, auf die es allein nicht gekommen wäre. Ebenso ist es Aufgabe der Eltern, das Kind auch auf Dinge hinzuweisen, die das Kind nicht am Schirm hat – zum Beispiel, dass es für die Wunschschule eine weite Anreise in Kauf nehmen muss oder dass es auf der Sportschule, in die der beste Freund geht, als wenig sportbegeistertes Kind vielleicht nicht so gut aufgehoben ist. 

Trotz der grundsätzlich höheren Entscheidungskompetenz, die Erwachsene Kindern gegenüber haben (sollten),  ist es für Eltern aber wichtig, sich vor Augen zu halten, dass es letztlich das Kind ist, das in der Schule zurechtkommen muss. Wenn das Kind in der objektiv gesehen idealen Schule todunglücklich ist, wird sich das vermutlich auch auf den Lernerfolg auswirken. Hier etwas erzwingen zu wollen, wird sich vermutlich nicht als erfolgsversprechend erweisen und kann im schlechtesten Fall das Eltern-Kind-Verhältnis nachhaltig beschädigen.  

Welchen Stellenwert haben die Stärken und Interessen der Kinder generell bei der Schultyp-Entscheidung?

Bei der Schultypentscheidung spielt es zuallererst eine Rolle, wie leicht bzw. schwer dem Kind das Lernen fällt. Die unter 2. genannten Aspekte wie Motivation, Konzentrationsfähigkeit, Arbeitshaltung und Selbständigkeit sind ebenso ausschlaggebend. Fällt die Wahl auf eine AHS, ist es natürlich von Vorteil, wenn das Kind in diesen Bereichen Stärken aufweist. Die Interessen sind beim Übergang in die Sekundarstufe 1 noch nicht von so großer Bedeutung wie beim Übergang in die Sekundarstufe 2 (nach der 8.Schulstufe), wo das Angebotsspektrum dann deutlich größer ist (Fachschulen, Lehrberufe, verschiedene BHS…). Im Alter von zehn Jahren sind die Interessen auch häufig noch nicht so ausdifferenziert, dass sie schon in Richtung einer Berufsausbildung weisen. Für sport- oder musikbegeisterte bzw. in dieser Richtung begabte Kinder existieren Schwerpunktschulen. In der AHS fällt die Entscheidung für einen Zweig meistens erst später bzw. stehen mit dem Eintritt in die AHS oft mehrere Möglichkeiten offen (z.B. Sprachzweig, naturwissenschaftlicher Zweig).  

Ist es problematisch, dass sich die Schulnoten in der 4. Klasse VS so stark auf den künftigen Bildungsweg auswirken? 

Grundsätzlich ist es nicht ideal, dass die Trennung nach Schultyp in Österreich schon so früh, also bereits mit zehn Jahren erfolgt. Dass die soziale Herkunft bei der Schulwahl eine ganz zentrale Rolle spielt, ist vielfach belegt. Dass die frühe Trennung mit zehn Jahren diese Tendenz noch verstärkt, ebenso. Dazu ein Zitat:

„Verschiebt man das Alter der Schüler zum Zeitpunkt der ersten schulischen Selektion etwa um vier Jahre, so sinkt die Stärke des Einflusses des familiären Hintergrundes auf die Testleistungen um rund ein Viertel des gesamten Einflusses des familiären Hintergrundes im Durchschnitt der OECD-Länder“ (Wößmann 2008, S.514)

Wie schon beschrieben, sind Schulnoten immer auch kontextabhängig und nicht wirklich objektiv. So hängt die Notengebung davon ab, ob das Kind einer leistungsstarken oder leistungsschwachen Klasse angehört – ein „Sehr gut“ in einer leistungsschwachen Klasse entspricht möglicherweise einem „Befriedigend“ in einer leistungsstarken Klasse. Stärken und Interessen sind in diesem Alter oft noch nicht so ausdifferenziert, dass sie wirklich über den weiteren Bildungsweg Auskunft geben können. Ein sehr intelligentes Kind hat vielleicht noch Entwicklungsbedarf im Hinblick auf Konzentrationsfähigkeit und Selbstdisziplin und schreibt deshalb schlechte Noten. Die Lehrkraft bezieht außerdem – auch unbewusst – nicht nur die Leistung, sondern auch weitere Informationen wie das soziale Umfeld des Kindes mit ein. So zeigen Untersuchungen, dass Kinder aus niedrigeren sozialen Schichten eine bessere Leistung erbringen müssen als Kinder aus höheren sozialen Schichten, um eine Empfehlung für die AHS zu erhalten.

Sabine Buchebner-Ferstl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Österreichischen Institut für Familienforschung. In ihrer Arbeit setzt sie den Schwerpunkt auf die Themengebiete Erziehung und Elternbildung, sowie Schule und Bildung.

Reingehört: Von wegen stille Nacht

Pünktlich zum Advent gibt es nun ein Weihnachtsalbum aus der „Unter meinem Bett“-Reihe. Endlich. Denn die populären Compilations haben ziemlich viel damit zu tun, dass das Genre Kindermusik in den vergangenen Jahren entstaubt und aufgewertet wurde. Denn deutsche Bands und Singer-Songwriter finden unter diesem Dach regelmäßig ihren ganz eigenen Zugang zum Thema Kinderlied.

Auf dem soeben erschienenen Weihnachtsalbum sind nun wohlbekannte Stimmen ebenso zu hören wie der eine oder andere Neuzugang. So haben sich etwa Francesco Wilking (Höchste Eisenbahn) und Doktor Renz (Fettes Brot) wieder einmal zusammengetan und besingen eine „Gute Zeit“, die „Liga der gewöhnlichen Gentlemen steuert den Song „Winter ist wie Sommer nur in kalt“ bei und Deniz & Ove, die mittlerweile auch ihr eigenes Kinderlied-Album „Bällebad“ herausgebracht haben, singen „Ich will Schnee“.

Insgesamt ein unterhaltsames Album, dass den Advent jedenfalls  lauter, dabei aber eben auch ein bisschen lustiger macht.

Ingo Pohlmann: (c) Benedict Schermann

Nachgefragt: Pohlmann, wie komponiert man eigentlich ein Kinderlied?

Mit „Dingoingo“ stellt der deutsche Singer-Songwriter Pohlmann („Wenn jetzt Sommer wär“) einen erfreulichen Neuzugang für die Kinderzimmer-Playlist vor. Denn sein Album erzählt auf schöne Weise von Dingen, die Spaß machen – von fröhlichen Wespen, Rummelplatz-Ponys und Löwenzahn auf der Reeperbahn etwa. Es lädt zum tanzen und mitsingen ein, unterhält, aber nicht ohne an der einen oder anderen Stelle auch berührend zu sein.

Seine erste Begegnung mit dem Genre Kinderlied hatte Pohlmann bereits 2015 im Rahmen des ersten „Unter meinem Bett“-Samplers. Damals steuerte er den Song „Maulwurf“ bei, der so gut ankam, dass Pohlmann immer wieder darauf angesprochen wurde doch Nachschub für Kinder zu komponieren. Vor allem im Dialog mit seiner Tochter haben sich dann auch bald jene Ideen und Geschichten aufgetan, die es nun zu hören gibt. Im Interview erzählt er nun, wie sich die Arbeit an „Dingoingo“ von jener an seinen anderen Alben unterschieden hat, welche Songs ihm besonders viel Spaß machen und  warum es manchmal gar nicht so einfach ist, Texte nicht zu traurig werden zu lassen.

Sie haben zunächst Songs für Kinder für die Unter meinem Bett-Reihe beigesteuert. Wann haben Sie gemerkt, dass da für Sie noch mehr drin ist, dass dieses Genre Sie reizt, dass Sie mehr machen möchten?

Na ja, mit der eigenen Tochter kamen dann schon eine Menge Ideen zusammen. Und da ich in meinem Kopf eh ein Schnüffler und Sammler bin, hatte ich schnell einiges brauchbares zusammen. Zumal seit drei Jahren jeder meiner Bekannten und Freunde irgendwann den Einfall hatte: „Ingo mach doch mal ‘ne Kinderplatte“. Da war sie schon in Arbeit.

Gibt es Unterschiede bei der Komposition bei Musik für Kindern bzw. Musik für Erwachsene?

Sagen wir mal die Komposition kann bzw. darf sich einfacher gestalten, hatte ich das Gefühl. Beim Texten muss es aber genauso passen wie für Erwachsene. Nur dass die Themen von Kindern eindeutiger und direkter sind. Bei uns Erwachsenen gibt es eine Menge Subtexte aufgrund unserer Lebenserfahrung, die man wissentlich mit einfließen lassen kann. Das habe ich bei der Platte meistens weggelassen, glaube ich.

Was macht mehr Spaß und warum?

Kann ich nicht sagen. Ich habe anfangs noch versucht, auch nachdenkliche Lieder zu schreiben für die Dingoingo-Platte. Aber das wars nicht so richtig. Ich habe es nicht geschafft, nur nachdenklich zu sein, sondern es wurde immer zu traurig. Bei meiner Tochter funzte das gar nicht. Bei Erwachsenen fällt es mir einfacher in die Tiefe zu gehen, weil sie da gestattet und gewollt ist, und da spreche ich dann eher die Sprache meiner Lebenserfahrung. Bei Songs für Kinder ist die Unmittelbarkeit einer Idee so anziehend wie einfach. Mir macht beides sehr viel Spaß. Ich sehe mich aber hauptsächlich als der Singer-Songwriter, der ich über die Jahre geworden bin und nicht als ein zukünftiger Kinderliederschreiber.

Welcher Song auf Dingoingo ist ihr Lieblingssong und warum?

Wenn du eine Platte machst, gibt es nicht das Lieblingslied, da sie sich alle von Tag zu Tag anders in die Reihe stellen. Aber zum Beispiel „Emma“ mag ich sehr. Ich finde die Geschichte toll, die dahintersteckt. Natürlich ist da auch eine gewisse Nachdenklichkeit, aber eben keine Trauer. Man hätte auch einen Song über die armen Ponys auf dem Hamburger Dom schreiben können. Aber so ist auch noch eine spannende Revoluzzer-Story drin.

Welche Songs eignen sich denn am besten für die Kinderzimmerdisco?

„Wenn die Wespen kommen“, da tanzen alle den Tanz der Angst auf der Picknickdecke. Oder „Schaut doch mal her“ – ein Aufruf der Kinder an die Erwachsenen, hinzuschauen, bevor es vorbei ist. „Entschuldigung angenommen“ beschreibt die Freude, wenn sich einer dann endlich einen Ruck gibt und zumindest seine Hälfte der Schuld so eingesteht, dass der andere seine Ecke verlässt. Das ist so unglaublich befreiend und Anlass für allerlei Getanze. Ich hab das als Vater-Hausmann-Lehrer-Koch in den vergangenen Lock-Down-Zeiten zu Hause lernen müssen. Lustig ist auch „BabyEierLeicht“. Was kennt ihr? „Baby-Eier-Leicht“, „Baby-Acker-Leicht“ oder „Pippi-Kacka-Leicht“?

Wie ist es bei Konzerten, wen kann man leichter begeistern? Kinder oder Eltern?

Kann ich noch gar nicht sagen, da ich noch kein Live-Konzert mit der Platte und somit vor einem Kinderpublikum hatte. Bin aber respektvoll gespannt, was da passiert.

Das Image von Familienmusik hat sich in den vergangenen Jahren stark gebessert. Haben Sie denn das Gefühl das Genre wird mittlerweile anerkannt?

Denke ja. Es gab Zeiten, da war das Ganze immer zu pädagogisch lehrreich oder zu dumpfbackig einfach, wobei beide Ansätze irgendwo immer mitspielen. Aber ich glaube, das kämpft sich gerade frei. Bands wie Deine Freunde machen das großartig und haben bestimmt viel angestoßen. Aber auch Unter meinem Bett oder Giraffenaffen haben dem Genre mehr Möglichkeiten geboten, sich auszutoben. Gerade weil es früher so eingefahren war, stehen alle Türen offen wie Scheunentore.

Wie wichtig ist es Kinder auch musikalisch ernst zu nehmen und nicht mit schlecht produzierten Kinderliedern abzuspeisen?

Ben Harper hat gesagt „You can fool people, but you can´t fool music“. Oder ein anderer Spruch: „Eine Kunst ist es, das Herz zu berühren, ohne das Hirn zu beleidigen“. Nach diesen Maximen versuche ich immer zu schreiben. Egal ob für Erwachsene oder Kinder. Der Einzige, den man musikalisch nicht ernst nimmt, wenn man gewisse Musik macht, ist sich selbst. Ich denke, wenn es mir einfach nur um Geld ginge, würde ich ein „Baby Shark“-Cover machen oder schlimme Schlagermusik singen und produzieren. Dann müsste ich aber zu Hause die Spiegel abhängen. Es ist aber nicht einfach zu sagen, ob jemand tatsächlich Schaden daran nimmt, wenn er Florian Silbereisen oder Baby Shark hört. Also ich auf jeden Fall : ))

Pohlmann: Dingo Ingo

Pohlmann: Dingoingo. Kinderlieder von Pohlmann.
Ab 10.12.2021 im Handel, erschienen bei Oetinger Media. Hier gehts zur CD.

Fotocredit: (c)  Benedict Schermann

Bastelanleitung Papierkugeln

Weihnachtsbastelei: Einfache, winterliche Papierkugeln

Hier kommt noch eine kleine Weihnachtsbastelei für die man nur wenig Material und auch keine besonderen Fertigkeiten braucht. Dennoch ist das Ergebnis schön und versprüht winterlich-weihnachtlichen Zauber.

Unsere Papierkugeln wurden aus Pauspapier gemacht, natürlich eignet sich auch jedes andere Papier, z.b. Origamipapier mit schönen Mustern.

Das Material:

  • Papier
  • Schere, Stift, Lineal,
  • Locher
  • Musterklammern
  • Schnur

Zuerst wird das Papier in Streifen geschnitten und zwar in 1,5 Zentimeter Breite und 10 Zentimeter Länge. Die Streifen werden an beiden Enden mit einem Locher gelocht.

Danach 15 Streifen an einer Seite mit einer Musterklammer verbinden. Soll auch an der unteren Seite ein Teil der Schnur hervorgingen (etwa um eine kleine Perle daran zu befestigen), muss sie nun eingefädelt werden, bevor die Musterklammer aufgeklappt und das Papier dadurch zusammengedrückt wird. Es ist aber nicht zwingend notwendig, dass die Schnur durch beide Löcher läuft.

Danach die Schnur durch das andere Loch fädeln und genug Länge lassen, um die Kugel später an der Schnur aufhängen zu können. Die Musterklammer von außen einführen, die Papierstreifen zu einem Halbkreis formen und die Klammer bei gewünschter Kugelform öffnen und feststellen.

Zum Schluss die einzelnen Streifen auseinander ziehen. Am schönsten wird die Kugel, wenn zwischen den einzelnen Streifen jeweils ein kleiner Abstand ist und jeder zweite Streifen doppelt geführt wird.

Anna Keller: Zuhause kann so vieles sein.

Nachgefragt: Welche Gefühle vermittelt ein gutes Kinderbuch?

Anna Keller findet schöne Worte, erzählt von erdachten Welten und traut Kindern dabei auch etwas zu. Denn: „Bücher und Geschichten machen klug und einfallsreich“, weiß Keller. Und weiter: „Sie sorgen dafür, dass wir gestärkt und offen durch die Welt gehen und unsere eigenen Gedanken in sie hineintragen und verwirklichen können. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Buch gut ist, sprich, dass es uns berührt und begeistert.“ Ihr Kinderbuch „Zuhause kann so vieles sein“ handelt davon, wie verschieden die Lebensrealitäten von Kindern aussehen können und, dass gerade diese Unterschiedlichkeit schön und bunt und gut sein kann. Obendrauf hat Keller ihren eigenen Kinderbuchverlag gegründet – den Urknall-Verlag. Im Interview erzählt sie uns warum gute Kinderbücher wichtig sind, warum „ernste“ Themen auch in der Kinderliteratur nicht fehlen dürfen und wie es eigentlich zur Verlagsgründung kam.

Du hast einen eigenen Kinderbuchverlag gegründet. Wie kam es zu der Idee? Was war dabei bisher schwieriger als du vorher dachtest und was vielleicht leichter?

Ich bin von Haus aus Redakteurin und habe schon immer geschrieben, in den letzten Jahren vor allem für Kinder. Da kam immer wieder der Wunsch in mir auf, ein physisches Buch zu schreiben, das man auch anfassen kann. Die Idee zur Verlagsgründung entstand mit der Pandemie. Ein Soforthilfe-Stipendium für Künstler*innen hat uns ermöglicht, das in die Tat umzusetzen. So konnten wir unser erstes Buch unabhängig, nach unseren Vorstellungen gestalten: unser Tempo, unsere Message, unser Nachhaltigkeitskonzept.

Überrascht hat mich, wie wenige bürokratische Hürden es in Deutschland gibt, wenn du einen Verlag gründen willst. Der Begriff ist nicht geschützt. Du musst lediglich Verlagsprodukte, also Medien wie Bücher, CDs oder Kunstdrucke herstellen, um dich „Verlag“ zu nennen. Auf der anderen Seite sah ich mich mit Pflichten konfrontiert, von denen ich vorher nie gehört hatte – zum Beispiel der Pflicht zur Verpackungslizenzierung. Eine Verpackungslizenz muss nämlich jeder Mensch in Deutschland haben, der Produkte gewerblich an Kund*innen verschickt. Das wusste ich vorher nicht. Auch in puncto Papierauswahl und Druck habe ich eine Menge dazu gelernt.

Warum sind gute und schöne Kinderbücher so wichtig?

Eine sehr schöne Frage. Und ich könnte stundenlange Antworten darauf geben. Aber ich versuch’s mal mit dem Zitat einer sehr klugen Frau: „Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maß von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen.“ Das hat Astrid Lindgren gesagt und damit eine der wichtigsten Funktionen von Kinderbüchern zusammengefasst: Sie eröffnen neue Welten, regen Fantastie und Geist an, machen klug und einfallsreich. Bücher und Geschichten sorgen also dafür, dass wir gestärkt und offen durch die Welt gehen und unsere eigenen Gedanken in sie hineintragen und verwirklichen können. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Buch gut ist, sprich, dass es uns berührt und begeistert. Niemand ist offener für diese magische Verbindung mit einer Geschichte als Kinder. Auf der anderen Seite gibt es kaum ein anspruchsvolleres Publikum als Kinder. Deswegen ist es so wichtig, dass die Inhalte, die wir in Kinderbüchern vermitteln, beides haben: ein Wertefundament, das für eine bessere, freundlichere und hellere Welt steht, und packende Geschichten, Bilder und Spielelemente, die einfach Spaß machen.

Welche Gefühle vermittelt ein gutes Kinderbuch für dich?

Kinderbücher können schön, spannend, heiter, dunkel, witzig, geheimnisvoll und, und, und sein. Deswegen kann ein gutes Kinderbuch auch die gesamte Palette an Gefühlen in einem Menschen ansprechen, von Betrübtsein über Wut bis hin zu Fröhlichkeit. Das Wichtigste ist, dass es überhaupt ein Gefühl vermittelt, und Kindern hilft, mit diesem Gefühl umzugehen. Müsste ich mir ein Kriterium für ein gutes Kinderbuch herauspicken, dann würde ich sagen: Gute Kinderbücher empowern. Sie machen Lust und Mut, der Welt offen zu begegnen und Gutes in ihr zu bewirken – für mich selbst und für andere. Wenn dieses Gefühl bleibt, auch wenn wir uns an die Story nicht mehr genau erinnern, ist das Buch für mich gut.

Was ist das Faszinierende an Kinderliteratur? Kannst du das an drei Dingen festmachen?

Es gibt Hunderte Dinge, die mich an Kinderbüchern faszinieren. Aus dem Bauch heraus finde ich diese drei am spannendsten: Nummer 1 – Kinderbücher sind manchmal sehr reduziert und gerade deshalb haben sie so eine gewaltige Kraft. Während Autor*innen bei Erwachsenenromanen oft ins Schwadronieren geraten, bleiben Kinderbücher in ihren Formulierungen meist einfach. Diese aufs Wesentliche reduzierte Sprache finde ich unglaublich schön, weil sie Raum für eigene Gedanken und Gefühle lässt. Nummer 2 – Kinderbücher trauen Kindern auch schwierige Dinge zu. In Büchern für Kinder werden manchmal Dinge verhandelt, die für Erwachsene nur sehr schwer zu verdauen sind. Und zwar aus einer Perspektive, die es überhaupt erst ermöglicht, diese Dinge offen zu betrachten – nämlich aus Kinderaugen. Das finde ich stark. Nummer 3 – Kinderbücher brauchen Liebe, sonst funktionieren sie nicht. Natürlich sind fast alle Bücher Werke wahrer Hingabe ihrer Schöpfer*innen, aber es gibt auch Ausnahmen – nämlich Bücher, die zum alleinigen Zweck des Verkaufens geschrieben werden. Solche Bücher finden sich, wenn überhaupt, in der Kinderliteratur viel seltener als in der Erwachsenenliteratur. Menschen, die Kinderbücher schreiben, wollen in aller Regel etwas bewegen. Das finde ich sehr schön an dieser Branche.

Welche Themen sind dir wichtig? Bzw. Darf man Kindern auch „ernste“ Inhalte zutrauen?

Und ob. Ich bin der Meinung, Kindern kann man in gewisser Weise sogar mehr zutrauen als Erwachsenen. Wir Erwachsenen sind geprägt von unseren Erfahrungen, Meinungen, Standpunkten – alles in uns ist relativ fest, obwohl natürlich einige von uns versuchen, stetig im Flow zu bleiben und uns weiterzuentwickeln. Kinder befinden sich ganz natürlich in diesem Flow. Sie haben das große Glück, noch so neu in der Welt zu sein, dass deren Wunder sie jeden Tag ins Staunen versetzen können. Als Erwachsene verschließen wir uns schneller für Dinge, die uns unangenehm nahegehen können, weil sie uns an erlebte Verletzungen erinnern. Als Kinder haben wir diese Verletzungen oft noch nicht oder nicht so ausgeprägt und sind deshalb offener für Schwieriges. Bücher bieten, in wohlgesetzten Dosen, den besten Rahmen dafür, um Kinder in ihrem Umgang mit solch ernsten Themen zu stärken. Mir persönlich sind Themen wie Identität, Courage, Toleranz und Zusammenhalt wichtig.

Was ist dein Lieblingskinderbuch?

Puh … Diese Frage ist mir schon oft gestellt worden, aber ich find’s immer wieder schwer, sie zu beantworten. Von den Büchern aus meiner Kindheit sind mir „Momo“ und „Ronja Räubertochter“ tief im Herzen geblieben. Im Grunde aber auch tausend andere Bücher (ich hab‘ damals wirklich viel gelesen …), in denen Kinder starke Hauptfiguren waren, die die Welt um sich herum verändert haben. Eine große Portion Freundschaft, ein spannendes Abenteuer und eine Prise Zauber dazu – und ich war voll drin. Heute gibt es so viele wunderbare neue Kinderbücher, dass mir die Wahl auch extrem schwerfällt. Ich mag eigentlich alle Kinderbücher, die Kindern etwas mehr zutrauen als nur Ponyreiten und Prinzessinspielen. Mir gefällt, dass unsere Figuren immer diverser werden und sich viele Autor*innen mit vollem Einsatz dafür engagieren, Kindern Geschichten auf Augenhöhe zu bieten.

Das erste Buch aus deinem Verlag hast du selbst geschrieben. Worum geht es in „Zuhause kann so vieles sein“?

„Zuhause kann so vieles sein“ ist ein Vorlesebuch übers Zuhause-Sein und (Zusammen-)Wohnen. Im Zentrum einer fiktiven Stadt, die jede Stadt in Deutschland sein könnte, steht die 1000-Flausen-Schule mit ihren Kindern. Chen, Madu, Mimi, Ben, Oskar und Co. nehmen uns mit nach Hause und zeigen uns, wie, wo und mit wem sie wohnen. Das kann eine pupsnormale Stadtwohnung, ein Bauwagen oder ein Apfelhof sein. Und dort treffen wir Familien mit Mama und Papa, nur Mama, nur Papa, zwei Mamas, zwei Papas oder auch Großeltern und Erzieher*innen. Die Idee hatten wir im Lockdown, in dem Zuhause-Bleiben für viele Kinder einen negativen Beigeschmack bekommen hat. Wir wollten das Zuhause-Gefühl neu feiern, in dem wir alle daran erinnern, wie schön, bunt und divers die verschiedenen Formen von „Zuhause“ sein können. Es war uns wichtig, „echte“ Wohnungen zu zeigen mit all ihren schönen und weniger schönen Seiten. Deshalb kommen in dem Buch auch Themen wie Wohnungsnot, Flucht und Wohnungslosigkeit vor. Auf der anderen Seite erzählen wir auch von Nachbarschaft, Mehrgenerationenwohnen und Freundschaft. Es geht uns darum, Toleranz für verschiedene Wohn- und Familienmodelle zu vermitteln. Unsere Message lautet: Jedes Zuhause ist anders. Und vollkommen besonders.

 

Anna Keller: Zuhause kann so vieles sein. Urknall Verlag, 15,50 Euro, hier bestellen

Für jedes verkaufte Buch geht  1 € an Off Road Kids, ein Verein, der Straßenkindern und jungen Obdachlosen in Deutschland Perspektiven geben will. 

Und hier findet ihr den Urknall-Verlag auf Instagram.

Apfelsterne aus Blätterteig

Schnelle Rezepte: Apfelsterne aus Blätterteig

Sie passen zum Ferienfrühstück ebenso wie zum Nachmittagstee, schmecken wirklich gut und machen dabei kaum Arbeit. Denn diese hübschen, kleinen Apfelsterne sind ein Klassiker aus Fertigteig. Eine Riesenempfehlung.

Alles was man dazu braucht sind:

  • 6 Äpfel
  • 1 Rolle Blätterteig
  • ca. 40g Butter
  • Topping nach Wahl, z.b. gemahlene Mandeln, kleingehackte Nüsse, Streusel oder Zuckerperlen
  • etwas Staubzucker

Rezept: Apfelsterne aus Blätterteig

Zunächst die Äpfel schälen, in ca. 1 Zentimeter dicke Scheiben schneiden und den Kern heraus schneiden. Dann den Blätterteig ausrollen, in dünne Scheiben und diese Scheiben wiederum in etwa 3 Zentimeter lange Stücke schneiden.

Rezept: Apfelsterne aus Blätterteig

Die Teigstreifen nun um die Apfelscheiben wickeln. Am Anfang ist das etwas fitzelig, aber spätestens nach dem dritten Apfelstück geht das schnell und gut. Dann die Butter schmelzen und die Teigstreifen mit der flüssigen Butter bepinseln. Die so vorbereiteten Teilchen schließlich noch mit einem Topping nach Wahl bestreuen.

Rezept: Apfelsterne aus Blätterteig

Dann kommen die Apfelsterne für etwa 20 Minuten bei 180 °Celsius ins Rohr. Und danach heißt es nur noch: Auskühlen, mit ein wenig Staubzucker bestreuen und schmecken lassen. Guten Appetit!

Rezept: Apfelsterne aus Blätterteig

Stillkugeln: Blies Balls für das Wochenbett

Stillkugeln: Bliss Balls für das Wochenbett

Nach einer Geburt braucht der weibliche Körper Zeit, Kraft und Kalorien. Zehn Monate hat er Höchstleistungen vollbracht, einen kleinen Menschen beschützt und versorgt, nun steht Erholung, Stärkung und – soweit möglich – Entspannung auf dem Programm. Während die eine Frau nun nur so vor Energie strotzt, fühlt sich die andere vielleicht noch als wäre sie von einem Traktor überfahren worden. Beides ist völlig normal. Gemeinsam haben sie dabei jedenfalls, dass ihr Körper in dieser besonderen  Zeit einen erhöhten Nährstoffbedarf hat.

Stillkugeln. Bliss Balls fürs Wochenbett.

Gerade, wenn sich die Hormone umstellen und die Milchproduktion angekurbelt wird, sind gute Kohlenhydrate Gold wert. Denn sie bringen Energie. Nüsse, Saaten, Trockenfrüchte versorgen den Körper darüber hinaus mit Vitaminen, Magnesium und Kalium. Grund genug, vielleicht schon in der Schwangerschaft einen kleinen Vorrat vorzuproduzieren (Stillkugeln halten sich luftdicht verpackt etwa einen Monat im Kühlschrank) oder – noch besser – der Freundin im Wochenbett einfach eine Ration vor die Wohnungstür zu legen.

Stillkugeln. Bliss Balls fürs Wochenbett.

So geht das Rezept:

Zutaten:

  • 100 g hochwertige Nüsse
  • 20g Haferflocken
  • 1 EL Leinsamen
  • 80 g Datteln
  • 50g Trockenfrüchte nach Wahl, z.b. Mango
  • 1 Prise Zimt
  • zerstoßene luftgetrocknete Himbeeren oder wahlweise Rohkakao zum darin wälzen

Zubereitung:

Alle Zutaten (außer die Himbeeren) zusammen mischen. Mit einem Hochleistungsmixer oder einem starken Pürierstab zu einer zähen Masse verarbeiten. Kleine Bällchen formen. Die luftgetrockneten Himbeeren am besten noch in der geschlossenen Verpackung zerstoßen und die Energiebällchen darin wälzen. Optional können die Stillkugeln auch in Rohkakao oder Kokos gewälzt werden. Die fertigen Energiekugeln mindestens vier Stunden, am besten über Nacht, im Kühlschrank kalt stellen und schließlich in einem Vorratsbehälter luftdicht verpacken.

Stillkugeln. Bliss Balls fürs Wochenbett.