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Nachgefragt: Welche Gefühle vermittelt ein gutes Kinderbuch?

Anna Keller findet schöne Worte, erzählt von erdachten Welten und traut Kindern dabei auch etwas zu. Denn: „Bücher und Geschichten machen klug und einfallsreich“, weiß Keller. Und weiter: „Sie sorgen dafür, dass wir gestärkt und offen durch die Welt gehen und unsere eigenen Gedanken in sie hineintragen und verwirklichen können. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Buch gut ist, sprich, dass es uns berührt und begeistert.“ Ihr Kinderbuch „Zuhause kann so vieles sein“ handelt davon, wie verschieden die Lebensrealitäten von Kindern aussehen können und, dass gerade diese Unterschiedlichkeit schön und bunt und gut sein kann. Obendrauf hat Keller ihren eigenen Kinderbuchverlag gegründet – den Urknall-Verlag. Im Interview erzählt sie uns warum gute Kinderbücher wichtig sind, warum „ernste“ Themen auch in der Kinderliteratur nicht fehlen dürfen und wie es eigentlich zur Verlagsgründung kam.

Du hast einen eigenen Kinderbuchverlag gegründet. Wie kam es zu der Idee? Was war dabei bisher schwieriger als du vorher dachtest und was vielleicht leichter?

Ich bin von Haus aus Redakteurin und habe schon immer geschrieben, in den letzten Jahren vor allem für Kinder. Da kam immer wieder der Wunsch in mir auf, ein physisches Buch zu schreiben, das man auch anfassen kann. Die Idee zur Verlagsgründung entstand mit der Pandemie. Ein Soforthilfe-Stipendium für Künstler*innen hat uns ermöglicht, das in die Tat umzusetzen. So konnten wir unser erstes Buch unabhängig, nach unseren Vorstellungen gestalten: unser Tempo, unsere Message, unser Nachhaltigkeitskonzept.

Überrascht hat mich, wie wenige bürokratische Hürden es in Deutschland gibt, wenn du einen Verlag gründen willst. Der Begriff ist nicht geschützt. Du musst lediglich Verlagsprodukte, also Medien wie Bücher, CDs oder Kunstdrucke herstellen, um dich „Verlag“ zu nennen. Auf der anderen Seite sah ich mich mit Pflichten konfrontiert, von denen ich vorher nie gehört hatte – zum Beispiel der Pflicht zur Verpackungslizenzierung. Eine Verpackungslizenz muss nämlich jeder Mensch in Deutschland haben, der Produkte gewerblich an Kund*innen verschickt. Das wusste ich vorher nicht. Auch in puncto Papierauswahl und Druck habe ich eine Menge dazu gelernt.

Warum sind gute und schöne Kinderbücher so wichtig?

Eine sehr schöne Frage. Und ich könnte stundenlange Antworten darauf geben. Aber ich versuch’s mal mit dem Zitat einer sehr klugen Frau: „Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maß von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen.“ Das hat Astrid Lindgren gesagt und damit eine der wichtigsten Funktionen von Kinderbüchern zusammengefasst: Sie eröffnen neue Welten, regen Fantastie und Geist an, machen klug und einfallsreich. Bücher und Geschichten sorgen also dafür, dass wir gestärkt und offen durch die Welt gehen und unsere eigenen Gedanken in sie hineintragen und verwirklichen können. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Buch gut ist, sprich, dass es uns berührt und begeistert. Niemand ist offener für diese magische Verbindung mit einer Geschichte als Kinder. Auf der anderen Seite gibt es kaum ein anspruchsvolleres Publikum als Kinder. Deswegen ist es so wichtig, dass die Inhalte, die wir in Kinderbüchern vermitteln, beides haben: ein Wertefundament, das für eine bessere, freundlichere und hellere Welt steht, und packende Geschichten, Bilder und Spielelemente, die einfach Spaß machen.

Welche Gefühle vermittelt ein gutes Kinderbuch für dich?

Kinderbücher können schön, spannend, heiter, dunkel, witzig, geheimnisvoll und, und, und sein. Deswegen kann ein gutes Kinderbuch auch die gesamte Palette an Gefühlen in einem Menschen ansprechen, von Betrübtsein über Wut bis hin zu Fröhlichkeit. Das Wichtigste ist, dass es überhaupt ein Gefühl vermittelt, und Kindern hilft, mit diesem Gefühl umzugehen. Müsste ich mir ein Kriterium für ein gutes Kinderbuch herauspicken, dann würde ich sagen: Gute Kinderbücher empowern. Sie machen Lust und Mut, der Welt offen zu begegnen und Gutes in ihr zu bewirken – für mich selbst und für andere. Wenn dieses Gefühl bleibt, auch wenn wir uns an die Story nicht mehr genau erinnern, ist das Buch für mich gut.

Was ist das Faszinierende an Kinderliteratur? Kannst du das an drei Dingen festmachen?

Es gibt Hunderte Dinge, die mich an Kinderbüchern faszinieren. Aus dem Bauch heraus finde ich diese drei am spannendsten: Nummer 1 – Kinderbücher sind manchmal sehr reduziert und gerade deshalb haben sie so eine gewaltige Kraft. Während Autor*innen bei Erwachsenenromanen oft ins Schwadronieren geraten, bleiben Kinderbücher in ihren Formulierungen meist einfach. Diese aufs Wesentliche reduzierte Sprache finde ich unglaublich schön, weil sie Raum für eigene Gedanken und Gefühle lässt. Nummer 2 – Kinderbücher trauen Kindern auch schwierige Dinge zu. In Büchern für Kinder werden manchmal Dinge verhandelt, die für Erwachsene nur sehr schwer zu verdauen sind. Und zwar aus einer Perspektive, die es überhaupt erst ermöglicht, diese Dinge offen zu betrachten – nämlich aus Kinderaugen. Das finde ich stark. Nummer 3 – Kinderbücher brauchen Liebe, sonst funktionieren sie nicht. Natürlich sind fast alle Bücher Werke wahrer Hingabe ihrer Schöpfer*innen, aber es gibt auch Ausnahmen – nämlich Bücher, die zum alleinigen Zweck des Verkaufens geschrieben werden. Solche Bücher finden sich, wenn überhaupt, in der Kinderliteratur viel seltener als in der Erwachsenenliteratur. Menschen, die Kinderbücher schreiben, wollen in aller Regel etwas bewegen. Das finde ich sehr schön an dieser Branche.

Welche Themen sind dir wichtig? Bzw. Darf man Kindern auch „ernste“ Inhalte zutrauen?

Und ob. Ich bin der Meinung, Kindern kann man in gewisser Weise sogar mehr zutrauen als Erwachsenen. Wir Erwachsenen sind geprägt von unseren Erfahrungen, Meinungen, Standpunkten – alles in uns ist relativ fest, obwohl natürlich einige von uns versuchen, stetig im Flow zu bleiben und uns weiterzuentwickeln. Kinder befinden sich ganz natürlich in diesem Flow. Sie haben das große Glück, noch so neu in der Welt zu sein, dass deren Wunder sie jeden Tag ins Staunen versetzen können. Als Erwachsene verschließen wir uns schneller für Dinge, die uns unangenehm nahegehen können, weil sie uns an erlebte Verletzungen erinnern. Als Kinder haben wir diese Verletzungen oft noch nicht oder nicht so ausgeprägt und sind deshalb offener für Schwieriges. Bücher bieten, in wohlgesetzten Dosen, den besten Rahmen dafür, um Kinder in ihrem Umgang mit solch ernsten Themen zu stärken. Mir persönlich sind Themen wie Identität, Courage, Toleranz und Zusammenhalt wichtig.

Was ist dein Lieblingskinderbuch?

Puh … Diese Frage ist mir schon oft gestellt worden, aber ich find’s immer wieder schwer, sie zu beantworten. Von den Büchern aus meiner Kindheit sind mir „Momo“ und „Ronja Räubertochter“ tief im Herzen geblieben. Im Grunde aber auch tausend andere Bücher (ich hab‘ damals wirklich viel gelesen …), in denen Kinder starke Hauptfiguren waren, die die Welt um sich herum verändert haben. Eine große Portion Freundschaft, ein spannendes Abenteuer und eine Prise Zauber dazu – und ich war voll drin. Heute gibt es so viele wunderbare neue Kinderbücher, dass mir die Wahl auch extrem schwerfällt. Ich mag eigentlich alle Kinderbücher, die Kindern etwas mehr zutrauen als nur Ponyreiten und Prinzessinspielen. Mir gefällt, dass unsere Figuren immer diverser werden und sich viele Autor*innen mit vollem Einsatz dafür engagieren, Kindern Geschichten auf Augenhöhe zu bieten.

Das erste Buch aus deinem Verlag hast du selbst geschrieben. Worum geht es in „Zuhause kann so vieles sein“?

„Zuhause kann so vieles sein“ ist ein Vorlesebuch übers Zuhause-Sein und (Zusammen-)Wohnen. Im Zentrum einer fiktiven Stadt, die jede Stadt in Deutschland sein könnte, steht die 1000-Flausen-Schule mit ihren Kindern. Chen, Madu, Mimi, Ben, Oskar und Co. nehmen uns mit nach Hause und zeigen uns, wie, wo und mit wem sie wohnen. Das kann eine pupsnormale Stadtwohnung, ein Bauwagen oder ein Apfelhof sein. Und dort treffen wir Familien mit Mama und Papa, nur Mama, nur Papa, zwei Mamas, zwei Papas oder auch Großeltern und Erzieher*innen. Die Idee hatten wir im Lockdown, in dem Zuhause-Bleiben für viele Kinder einen negativen Beigeschmack bekommen hat. Wir wollten das Zuhause-Gefühl neu feiern, in dem wir alle daran erinnern, wie schön, bunt und divers die verschiedenen Formen von „Zuhause“ sein können. Es war uns wichtig, „echte“ Wohnungen zu zeigen mit all ihren schönen und weniger schönen Seiten. Deshalb kommen in dem Buch auch Themen wie Wohnungsnot, Flucht und Wohnungslosigkeit vor. Auf der anderen Seite erzählen wir auch von Nachbarschaft, Mehrgenerationenwohnen und Freundschaft. Es geht uns darum, Toleranz für verschiedene Wohn- und Familienmodelle zu vermitteln. Unsere Message lautet: Jedes Zuhause ist anders. Und vollkommen besonders.

 

Anna Keller: Zuhause kann so vieles sein. Urknall Verlag, 15,50 Euro, hier bestellen

Für jedes verkaufte Buch geht  1 € an Off Road Kids, ein Verein, der Straßenkindern und jungen Obdachlosen in Deutschland Perspektiven geben will. 

Und hier findet ihr den Urknall-Verlag auf Instagram.

Schnelle Rezepte: Weihnachtliche Apfelsterne aus Blätterteig

Sie passen zum Adventsfrühstück ebenso wie zum Nachmittagstee, schmecken wirklich gut und machen dabei kaum Arbeit. Denn diese weihnachtlichen Apfelsterne sind ein Klassiker aus Fertigteig. Eine Riesenempfehlung.

Alles was man dazu braucht sind:

  • 6 Äpfel
  • 1 Rolle Blätterteig
  • ca. 40g Butter
  • Topping nach Wahl, z.b. gemahlene Mandeln, kleingehackte Nüsse, Streusel oder Zuckerperlen
  • etwas Staubzucker

Zunächst die Äpfel schälen, in ca. 1 Zentimeter dicke Scheiben schneiden und den Kern heraus schneiden. Dann den Blätterteig ausrollen, in dünne Scheiben und diese Scheiben wiederum in etwa 3 Zentimeter lange Stücke schneiden.

Die Teigstreifen nun um die Apfelscheiben wickeln. Am Anfang ist das etwas fitzelig, aber spätestens nach dem dritten Apfelstück geht das schnell und gut. Dann die Butter schmelzen und die Teigstreifen mit der flüssigen Butter bepinseln. Die so vorbereiteten Teilchen schließlich noch mit einem Topping nach Wahl bestreuen.

Dann kommen die Apfelsterne für etwa 20 Minuten bei 180 °Celsius ins Rohr. Und danach heißt es nur noch: Auskühlen, mit ein wenig Staubzucker bestreuen und schmecken lassen. Guten Appetit!

Stillkugeln: Bliss Balls für das Wochenbett

Nach einer Geburt braucht der weibliche Körper Zeit, Kraft und Kalorien. Zehn Monate hat er Höchstleistungen vollbracht, einen kleinen Menschen beschützt und versorgt, nun steht Erholung, Stärkung und – soweit möglich – Entspannung auf dem Programm. Während die eine Frau nun nur so vor Energie strotzt, fühlt sich die andere vielleicht noch als wäre sie von einem Traktor überfahren worden. Beides ist völlig normal. Gemeinsam haben sie dabei jedenfalls, dass ihr Körper in dieser besonderen  Zeit einen erhöhten Nährstoffbedarf hat.

Stillkugeln. Bliss Balls fürs Wochenbett.

Gerade, wenn sich die Hormone umstellen und die Milchproduktion angekurbelt wird, sind gute Kohlenhydrate Gold wert. Denn sie bringen Energie. Nüsse, Saaten, Trockenfrüchte versorgen den Körper darüber hinaus mit Vitaminen, Magnesium und Kalium. Grund genug, vielleicht schon in der Schwangerschaft einen kleinen Vorrat vorzuproduzieren (Stillkugeln halten sich luftdicht verpackt etwa einen Monat im Kühlschrank) oder – noch besser – der Freundin im Wochenbett einfach eine Ration vor die Wohnungstür zu legen.

So geht das Rezept:

Zutaten:

  • 100 g hochwertige Nüsse
  • 20g Haferflocken
  • 1 EL Leinsamen
  • 80 g Datteln
  • 50g Trockenfrüchte nach Wahl, z.b. Mango
  • 1 Prise Zimt
  • zerstoßene luftgetrocknete Himbeeren oder wahlweise Rohkakao zum darin wälzen

Zubereitung:

Alle Zutaten (außer die Himbeeren) zusammen mischen. Mit einem Hochleistungsmixer oder einem starken Pürierstab zu einer zähen Masse verarbeiten. Kleine Bällchen formen. Die luftgetrockneten Himbeeren am besten noch in der geschlossenen Verpackung zerstoßen und die Energiebällchen darin wälzen. Optional können die Stillkugeln auch in Rohkakao oder Kokos gewälzt werden. Die fertigen Energiekugeln mindestens vier Stunden, am besten über Nacht, im Kühlschrank kalt stellen und schließlich in einem Vorratsbehälter luftdicht verpacken.

Stillkugeln. Bliss Balls fürs Wochenbett.

 

Buchtipp: Sonne, Wind und Regen

Wetter ist alles andere als langweilig. Es schenkt uns Wärme, lässt uns frieren und hält sich nur selten an Vorhersagen. Die ersten Schneeflocken des Jahres, die Regenpfütze, in die sich so gut springen lässt, der Wind, der unseren Drachen fliegen lässt – Wetter ist überall und hat enorme Kraft. Und seine Bedeutung wird nicht zuletzt angesichts des Klimawandels immer offensichtlicher.

 

Kein Wunder also, dass das Wetter Kinder fasziniert. Wo kommen die Wolken her? Wie schnell ist der Donnerschall? Und wie entstehen nun eigentlich die Farben eines Regenbogens? Der Kleine Gestalten Verlag hat mit „Sonne, Wind und Regen“ nun  ein wunderschönes Buch zum Thema herausgebracht.

Fröhlich-bunte Illustrationen, komplexe Vorgänge verständlich erklärt, kleine Ankedoten, die man sich gut merken kann: „Sonne, Wind und Regen“ ist ein Sachbuch, das Spaß macht und bei dem auch die Großen noch das eine oder andere dazu lernen können.

Für Kinder ab 7. Sonne, Wind und Regen. Das Buch vom Wetter. Kleine Gestalten, 19,90 Euro

Mira und das fliegende Haus: Die Bücher zum Podcast

Geschichten und Gefühle gehören bei „Mira und das fliegende Haus“ einfach zusammen. Ob Liebe, Trauer, Wut oder Einsamkeit – jede Woche stehen im Podcast Themen im Mittelpunkt,  die Kinder bewegen. Vermittelt werden Werte, wie Toleranz, Mitgefühl und der Mut, sich selbst treu zu bleiben. Jede Folge kommt dabei feinfühlig daher, ganz ohne Fingerzeig und hochgehobene Augenbrauen, dafür aber mit sympathisch-schrulligen Charakteren und schöner Musik.

Nun gibt es auch die passenden Bücher zum Podcast – und zwar gleich drei auf einmal, einfach „weil ich mich nicht entscheiden konnte, welches Thema wichtiger ist“, wie Mira sagt. „Wir gehören alle zusammen“ handelt vom weltgrößten Pfannkuchenturm und hält die Erkenntnis bereit, dass es „normal“ vielleicht gar nicht gibt. „Farben sind für alle da“ verbindet die Leidenschaft für Ballett und Fussball, handelt von Selbstbewusstsein, Toleranz und Geschlechterdiversität und „Mein Körper ist ein Königreich“ macht klar, dass niemand über einen anderen Körper bestimmen darf und jeder selbst bestimmt, was er damit tun möchte oder eben nicht.

Geschichten für Kinder zwischen 3 und 11 Jahren.

Hier kommt man zu den Büchern: www.mira-welt.de
Den Podcast gibt es bei Spotify, Apple Music und allen anderen großen Anbieten.

Und einen Mira-Film gibt es übrigens auch:

 

Nachkochen: Unsere neue Familienküche

Leckeres und gesundes Familienessen scheitert oft am Alltag. Olivia Trombitas-Meissels Kochbuch  „Unsere neue Familienküche“ setzt genau da an. Mit einem Blick auf Resteverwertung, Vorkoch-Tipps und andere praktische Tricks motiviert sie den Leser dazu die Töpfe wieder einmal fröhlich auf den Herd zu stellen.

Wer dem Instagramkanal von Olivia folgt, weiß jedenfalls, dass es sich hier nicht um das nächste austauschbare Kochbuch handelt, sondern, dass hier echte Leidenschaft fürs Essen und die tägliche, intensive Auseinandersetzung mit Lebensmitteln und Aromen Pate standen.

So bekommt man nicht bloß tolle Rezepte serviert, sondern lernt auch allerlei Dinge zum Thema Konservierung, kann ein paar ernährungswissenschaftliche Grundlagen mitnehmen und wird nicht zuletzt auch geschmacklich überrascht.

Zuchinisticks mit Sonnenblumenkruste, Weißkohlstrudel oder Sesam-Lachs-Schnecken – „die gesunde Familienküche“ überrascht wirklich mit ganz neuen Rezepten, abseits von Pizza, Pasta & Co. Trombitas-Meissel orientiert sich konsequent an saisonalen Lebensmitteln und öffnet den Blick für gesunde Alternativen auf lustvolle Art und Weise und ganz ohne dabei dogmatisch zu werden.

Olivia Trombitas-Meissel: Unsere neue Familienküche, Kneipp Verlag Wien, 25 Euro

Und hier geht’s zu Olivias Blog.

Worüber wir reden 11/21: Oktopoden, eine leuchtende Murmelbahn und das Stereotyp der Hausfrau

Oktopoden sind faszinierende Tiere, darüber darf man ruhig auch singen. Vor allem, wenn dabei so ein Kinderzimmerohrwurm heraus kommt wie dieser hier vom Gorilla Club:

Warum scheinen Frauen stets für die gute Stimmung im Haus zuständig zu sein? Warum werden Arbeiten rund um Haus und Kind immer noch häufig wie selbstverständlich und vor allem unbezahlt von Frauen erledigt? Und warum ist es eigentlich so schwer sich von diesen Stereotypen zu verabschieden? Die Berliner Kulturwissenschaftlerin Ecke Rulffes hat ein unaufgeregtes und präzise recherchiertes Buch zum Thema geschrieben: „Die Erfindung der Hausfrau“, Harper Collins Verlag, 22 Euro. Hier erzählt Rulffes selbst von ihrem Buch:

Um fließendere Grenzen zwischen Berufs- und Familienleben, den wirtschaftlichen Bonus, den eine Vaterschaft häufig mit sich bringt und demgegenüber den ökonomischen Einbußen, die Mutterschaft in der Regel bedeutet, sprach Kaitlyn WonJung Chang kürzlich beim Forward Festival in Wien. Unter dem Hashtag #Momtoo entsteht nun die passende Debatte zum Thema. Der Standard berichtete.

Wir lieben Kugelbahnen. Ein ganz besonderes Exemplar – riesengroß und bunt leuchtend – steht nun im Wiener Museumsquartier und lässt sich obendrauf auch noch kinderleicht bedienen. Ausgedacht und umgesetzt hat sich „Lumina“ der Salzburger Künstler Andreas Hasenöhrl, im MQ ist sie im Rahmen des Wintergarten-Programms noch bis 9.11. noch zu sehen und auszuprobieren.

Lumina im MQ-Wien. (c) Alexander Eugen Koller

Brotdosen-Hacks: Schnelle Haferflocken-Cracker

Gesunde, dabei aber schnell gemachte Snacks sind in der Familienküche ein Dauerbrenner. Diese Cracker haben sich wiederholt im Praxistest bewährt und eignen sich für lange Spielplatztage ebenso wie für die unkomplizierte Schuljause., sind Baby Led weaning tauglich und obendrauf noch lecker. Aber vor allem: Sie bestehen aus nur wenigen Zutaten und sind in nur 20 Minuten fertig.

Zutaten:

  • 30g Butter
  • 1 TL Honig (optional, bei Babys unter 1 Jahr unbedingt weglassen)
  • 180 g Haferflocken
  • 100 ml Wasser
  • 1 Prise Salz

Haferflocken-Cracker.

Zubereitung:

  • Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

  • Butter, Honig, Wasser, Salz in einem Topf bei mittlerer Hitze erhitzen und dabei ständig umrühren bis die Butter geschmolzen und eine homogene Flüssigkeit entstanden ist.

  • Die Haferflocken in einer Rührschüssel bereitstellen und mit dem Butterwasser übergießen. Danach mit einem Kochlöffel unterheben bis eine zäh-krümelige Masse entstanden ist.

  • Den Teig zu einer Kugel formen, auf eine Lage Backpapier drücken und eine zweite Lage Backpapier darüber legen. Dann gleichmäßig auf etwa 3 mm Dicke ausrollen.

  • Die Teigplatte (ohne die obere Lage Backpapier) auf mittlerer Schiene etwa 15 Minuten backen. Anschließend gut auskühlen lassen. Schließlich einfach  in handliche Stücke brechen und zur nächsten Jause reichen.

Haferflocken-Cracker.

Kai Lüftner: „Kinder sind wie Punks. Unzensiert, ehrlich und knallhart“

Der Berliner Kindermusiker hat in den vergangenen Jahren das Rotz’n’roll-Universum geschaffen, schreibt neben Liedern auch Bücher und ist damit extrem erfolgreich. Dabei hat er  sich zunächst nur „aus Notwehr“ mit dem Genre auseinandergesetzt. Kai Lüftner im Interview.

Warum braucht es eigentlich gute Musik für Kinder?

Keine Ahnung. Ich hab nie gesagt, ich will gute Musik für Kinder machen. Ich hab einfach nur Musik gemacht, die ich selber gern hören wollte – bzw. früher gern gehört hätte. Die Kompassnadel war mein Sohn. und ja, in der Tat gibt es für meinen Geschmack wirklich viel Zeug, mit dem ich nicht so richtig viel anfangen kann. Aber ich bewerte oder beurteile das nicht, denn Geschmäcker sind verschieden – und das ist auch gut so. Aber es war wie mit den Geschichten die ich schreibe: Ich hatte keinen Bock etwas zu machen, was schon da war. und ich habe auch keine Angst davor, nicht jedem zu gefallen.

Was war der Beweggrund damit anzufangen?

Als mein großer Sohn zwei war, habe ich ihm ein Buch vorgelesen und fühlte mich – gelinde gesagt – verarscht! Das hatte nix mehr mit dem zu tun, was ich in meiner Kindheit gelesen habe. Das war so brav, so unterfordernd, so „politisch korrekt“, so pädagogisch wertvoll – kurz: so langweilig und piefig. Keine anarchische Pippi Langstrumpf und kein wilder Tom Sawyer, sondern hier ein bisschen rosa und Glitzer, da eine Prinzessin und ein Einhorn. Voll nervig.

Hat es auch etwas damit zu tun die Kinder und ihre Lebenswelt ernst zu nehmen und sie nicht nur mit Après Ski-Hit-Ästhetik abzuspeisen?

Danke. Genau dieser Begriff ging mir immer wieder durch den Kopf. APRES SKI! Ein billiger Plastik-Synthesizer, ein gemafreier Technobeat und ein uninspirierter Ballermann-Text. Das war mein Bild von „Kindermusik“. Ich hätte mich nie damit beschäftigt. Bis ich selbst Vater wurde und mich persönlich angegriffen fühlte. Da musste ich mich wehren. Hab ich getan!
Kinder ernst nehmen? Was denn sonst? Und sich selbst vor allem ernst nehmen. Das ist doch keine Einbahnstraße. Nur wenn ich mich selbst hinterfrage und erst nehme, kann ich die ernst nehmen, für die ich dichte, singe, schreibe… und wenn man zusammen Blödsinn macht, kann man auch ernste Themen anpacken. Alles, was ich mache, mag ich selber und ich hätte es auch gern früher gehört. Das ist mehr als genug.

Wie schwierig ist es ein Konzert vor Kindern zu spielen? Immerhin geben sie in der Regel immer sehr direktes und unvermitteltes Feedback…

Ich habe jahrelang in einer Ska-Punkband gespielt. Und Kinder sind wie Punks. Unzensiert, ehrlich und knallhart. Aber was will man mehr? Was soll ich mit einer Zielgruppe, die mit gerunzelter Stirn konsumiert, sich dabei langweilt und nur aus z.B. Höflichkeit oder Etikette nicht rausgeht? Davon hat doch keiner was. Man muss sich anstrengen, wenn man die rocken will. Zum Glück werfen sie nicht mit Flaschen wenn sie was doof finden. Ich werfe stattdessen mit Konfetti! Das ist doch super!

Rotz’n’Roll-Radio bei einem Open Air-Konzert auf der Berliner Wühlheide. (c) Marco Fechner

Wer singt auf Konzerten eigentlich lauter mit: Die Kinder oder die Eltern?

Das ist ja das Schöne: Beide! Und genau das war das Ziel. Da ich selber „aus Notwehr“ angefangen habe für Kinder zu schreiben und zu komponieren, war ich bald umgeben von einem Team aus Musikern, Grafikern, Filmmenschen, denen es ähnlich ging. Gestandene Künstler und Handwerker, die sich ihre Sporen in ihren jeweiligen Gewerken längst verdient hatten und nun Eltern geworden waren und plötzlich selber Bock hatten, da etwas anderes zu machen. Und die stehen nun – mit ihren Kindern – auch im Publikum. Die Punks und Hip-Hopper, die Rocker und schrägen Vögel von gestern haben nun selbst Nachwuchs und wollen es sich nicht nehmen lassen, mit ihnen gemeinsam Musik zu erleben. Ich nenne es auch selber gar nicht „Kindermusik“, sondern Musik für Menschen, Familienunterhaltung, Entertainment für alle, die sich sonst nicht abgeholt fühlen. Das größte Lob ist, wenn Erwachsene die Musik im Auto weiter hören, auch wenn sie das Kind längst in der Schule abgesetzt haben! Perfekt!

Die Rotz’N`Roll-Ästhetik hat jedenfalls nicht so viel mit dem Bild des klassischen Kindermusikers zu tun. Warum ist gerade das so befreiend?

Weil wir uns irgendwie nicht verstellen. Wir sind wie wir sind. Mit all den Kanten und Ecken und auch den streitbaren Tönen. Ich finde okay, wenn wir nicht von allen gemocht werden, anderen zu derbe oder den nächsten zu berlinerisch sind. Unsere zwei Leitsätze sind: keep it simple, make it fett und: hab dich lieb. Wir tuns. Zu dem hab ich mich immer gefragt, was eigentlich der klassische Kindermusiker oder Kinderbuchautor ist. Ich jedenfalls nicht, denn ich bin das beides ja gar nicht!

Was sind wichtige Themen die auf einer Kinderplatte nicht fehlen dürfen?

Meiner Meinung nach sollte es wie bei einer Ferienlagerfahrt sein. Es darf um alles gehen: um Heimweh, Nachtwanderung, Party, Liebeskummer und den ersten Kuss. So ist das Leben eben: von allem ein bisschen.

Mehr zu Kai Lüftner und dem Rotz’n’roll-Universum gibt es hier.

Rotz’N’Roll Radio: Nee! (featuring Bürger Lars Dietrich:

Buchtipp: Hier wimmelt es nur so vor Arbeit

„Ich kann jetzt nicht, ich muss arbeiten“ ist ein Satz den die meisten Kinder schon einmal gehört haben. Aber: „Arbeit“ – was ist das eigentlich? Der Begriff ist ganz schön abstrakt und fasst dabei die verschiedensten Dinge zusammen. Und: Sprechen Eltern von Arbeit, wirken sie nicht selten abwesend, einsilbig, nachdenklich – und haben ein Smart Phone in der Hand.

Mieke Scheier, Alles Arbeit oder was ?!, Beltz Verlag

Also: Was hat es mit dieser Arbeit nun auf sich? Und vor allem: Darf das vielleicht auch Spaß machen? In „Alles Arbeit oder was?!“ zeigt Mieke Scheier die vielen Facetten rund um das Thema auf. In wimmeliger Bilderbuchmanier zeigt sie auf schöne Art und Weise Berufe und Alltagssituation, stellt dabei einfache wie kluge Fragen und lädt die Leser*innen ein ihre Antworten selbst zu suchen.

Mieke Scheier, Alles Arbeit oder was ?!, Beltz Verlag

Woher kommen Berufe und können sie auch aussterben? Wie haben Steinzeitmenschen gearbeitet und kann man bei der Arbeit auch echte Abenteuer erleben? Nehmen Roboter uns etwas weg und können sie uns gleichzeitig etwas geben? Ein Buch zum immer wieder durchblättern und weiterdenken.

Mieke Scheier: „Alles Arbeit oder was ?!“, Beltz Verlag, 16 Euro