Wiener Schulen mit Reformpädagogik

Bildung: Was bedeutet eigentlich Freinet, Montessori, Dalton?

Montessori, Freinet, Dalton-Plan, Waldorf. Es gibt zahlreiche reformpädagogische Konzepte, einige von ihnen haben auch schon Einzug in die Regelschule gefunden. Allen gemeinsam ist, dass sie die Individualität des Kindes respektieren, ihm auf Augenhöhe begegnen wollen. Aber: Wo liegen nun die Unterschiede zwischen diesen Lernkonzepten? Ein Überblick: Freinet-Pädagogik. Das reformpädagogische Konzept nach Celestine und Elise Freinet hat seine Wurzeln in der sozialistischen Bewegung der frühen 1920er Jahre. Hier wird die Klasse zu einer Art Kooperative, in der neben den Lehrern auch die Schüler ihren Anteil haben. Die Freinet-Pädagogik baut auf vier Grundsätzen auf: Die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt, Selbstverantwortlichkeit, sowie Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortlichkeit. Lernen durch Experimente, soll Dinge besser begreifbar machen, Zeit für freie Arbeit, soll die Möglichkeit schaffen individuelle Interessen zu p egen. Im Klassenrat können die Schüler ihren Alltag mit gestalten. Die Wiener Lehrerin Eva Obernberger unterrricht nach der Freinet-Methode (VS Karl Löwe Gasse) und erzählt aus der Praxis: „Jedes Kind arbeitet etwas anders, deswegen ist unser Unterricht sehr individualisiert. Dabei haben die Kinder Struktur, sogar ziemlich …

Wiener Volksschulen

Bildung: Reformpädagogik in der Volksschule

Eltern von Kindern, die 2019 schulpflichtig werden, müssen sich spätestens jetzt Gedanken über die passende Schule machen. Eine Entscheidung, die nicht leicht zu fällen ist, die sich in den allermeisten Fällen irgendwo zwischen der Wahl der Kindergartenfreunde, Nähe zum Wohnort und den Betreuungszeiten versteckt. Und nicht zuletzt der Frage, auf welche Art gelernt und mit welcher Haltung dem Kind begegnet wird. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen sind hierzulande enorm. Das hat mit der Schulautonomie zu tun und den damit verbundenen Freiheiten der Schulleitung. Die Lernziele sind zwar verbindlich festgelegt, wie diese erreicht werden, liegt aber im Ermessensbereich der Direktion. Ein Umstand, der auf der einen Seite sehr erfreulich ist – schließlich sind so niederschwellig leicht Veränderungen möglich, unabhängig von politischen Entscheidungen und Stimmungen – auf der anderen Seite ist es für Eltern schwer bis gar nicht nachvollziehbar, wie und nach welchen Konzepten an den einzelnen Schulen nun eigentlich unterrichtet wird. In Wien gibt es jedenfalls eine Reihe von öffentlichen Volksschulen, in denen nach reformpädagogischen Konzepten gearbeitet wird. Es gibt allerdings keine offizielle Datenerhebung dazu, …

Why I Won't Raise my Daughters to please

Empfehlung: Das schreiben die Anderen

Links zum lesen, hören, ausprobieren: Feminismus und Schönheit, die Macht der Geburt und ein desillusionierender Selbstversuch zum Thema Cyberkriminalität.   Wie sicher sind Kinder im Internet? Am Anfang stand die Recherche zu ihrem Podcast – die letzte Folge drehte sich um das Thema „Spielplatz Internet“  – dann folgte ein Selbstversuch, der an die Nieren geht: Toyah Diebel, auch bekannt als @toyahgurl wollte wissen, welchen Gefahren Kinder, vor allem junge Mädchen, online ausgesetzt sind und gab sich auf diversen Chat-Plattformen als 13-Jährige aus. Was darauf folgte ist augenöffnend und äußerst unangenehm, gerade Eltern von Heranwachsenden sollten da mal reinhören.   Was macht Macht? Der neue ze.tt.-Podcast von Journalistin Mareice Kaiser beschäftigt sich mit genau dieser Frage. Nach welche Gesetzen funktioniert Macht? Wie entspinnen sich Machtkonstellationen und wie kann man sie verändern? In ihrer ersten Folge unterhält sie sich u.a. mit Hebamme Anja Constance Gaca darüber, wer die Macht im Kreißsaal hat und inwiefern eine Geburt auch ein ermächtigender Akt sein kann. Passt auch ein bisschen zum viel diskutierten Keira Knightley-Essay.   Kinder dürfen Nein sagen. Das klingt …

Post Partum Positivity: Interview mit Didi Resch

Post Partum Positivity: Scheisst euch nicht vor eurer Cellulite an!

Aus unserer Post-Partum-Positivity-Serie: Didi Resch ist nicht nur zweifache Mutter, sondern auch Yogalehrerin. Dabei unterstützt sie regelmäßig Frauen nach der Geburt bei der Rückbildung. Sie weiß, dass man sich seinen Körper nach einer Schwangerschaft erst wieder zurück erobern muss und ruft dazu auf, sich von einer Welt der Scheinbilder und Inszenierungen nicht einschüchtern zu lassen. Wie war dein Körpergefühl nach der Geburt? Nach meiner ersten Geburt – es war ein Notkaiserschnitt – war ich zuallererst mit den Folgen des Eingriffs beschäftigt. Ich könnte nicht sagen, dass mir mein Körper danach fremd gewesen wäre, aber aufgrund der großen Narbe, die nun meinen Unterleib ziert, musste ich ihn mir auf gewisse Weise wieder zurück erobern. Nachdem alles gut verheilt war, begann ich schon bald mit Rückbildungsübungen und Yoga, was mir ermöglichte mich wieder kräftig zu fühlen und meinen Körper so wie er ist, anzunehmen. Die zweite Geburt war eine Spontangeburt und da ich auch keinerlei Verletzungen hatte, war ich sehr rasch wieder fit. Allerdings fand ich aufgrund der neuen Familiensituation kaum Zeit mich körperlich zu betätigen – …

Post Partum Positivity: Tina Valaker Brotke

Post Partum Positivity: Die Schönheit der Mütter

Der weibliche Körper hat sich Wohlwollen und Anerkennung verdient – gerade in der Zeit nach einer Geburt. Da kommt die Body-Positivity-Bewegung gerade recht. Die hat sich nämlich zum Ziel gesetzt, die Realität abzubilden und sie damit zu einem neuen Ideal zu erheben. Plus: Ein Aufruf zu unserer neuen „Post Partum Positivity“-Serie – Mütter erzählen, wie es ihnen mit dem Thema geht. Ein Kind auf die Welt zu bringen, ist ein extrem körperlicher Akt. Ein Hochleistungsakt. Dennoch wird der Körper, der ihn vollbringt, nicht selten vor allem daran gemessen, ob man ihm diese Leistung ansieht oder nicht. Wobei „nicht“ in der Regel als gut gilt. Bei Müttern sorgt das wiederum vor allem für Selbstzweifel, Unsicherheit, Unwohlsein. Bereits in der Schwangerschaft werden also Kalorien gezählt, im Wochenbett auf die ärztliche Freigabe fürs Sportprogramm gewartet, und viele Schönheitschirurgen haben sogenannte „Mommy Make-overs“ im Programm – eine Kombination aus Bruststraffung, Bauchdeckenstraffung und Fettabsaugung. „Der Körper wird einfach nicht wertgeschätzt“, sagt Autorin Nunu Kaller, die sich bei der Recherche für ihr Buch „Fuck Beauty“ intensiv mit den Themen verschrobene Körperwahrnehmung und …

Links der Woche

Empfehlungen: Links der Woche KW24

Das schreiben die Anderen: die positiven Eigenschaften von Muttermilch beschäftigen die Krebsforschung, was man vom Muttersein für den Job lernen kann, und warum man nicht alles muss, nur weil man alles kann. Unsere Netzfunde der Woche im Überblick: Gedruckt. Im Freibad liest man doch besser Print. Zum Beispiel das neue The Mothering Journey  – hier dreht sich alles rund um die Themen selbstbestimmte Schwangerschaft und Geburt und bedürfnisorientierte Elternschaft – oder das neue Naturkindmagazin – das neue Familienmagazin gibt es kostenlos an verschiedenen Orten (etwa 3x in Wien). Selbstständige Mütter I. „Seit dem ich Mutter bin, verhandle ich besser“ sagt die Fotografin Jennifer Fey im Interview mit Edition F und erzählt darüber hinaus, warum ihre Selbstständigkeit gerade, wenn es um das Thema Vereinbarkeit geht,  ein Segen ist. Selbstständige Mütter II. Katharina und Sandra widmen sich in ihrer Podcastreihe allen Fragen rund um (selbstständige) Arbeit und Familie. Diese Woche sprechen sie über das Thema Elternzeit und warum sie die rückblickend anders organisieren würden. Muttermilch als Medizin. Das Muttermilch gesundheitsfördernde Wirkung hat, ist bekannt, nun will eine …

Links der Woche

Empfehlung: Links der Woche KW22

Basteleien, Lesetipps, Rezepte. Das sind unsere sommerlich-leichten Netzfunde der Woche. Eine Tasche zum Knoten. Eine gute Anleitung für diese schöne Tasche gibt es hier. Verstehen und begleiten. Nora Imlau ist bekannt für einen liebevollen und bedürfnisorientierten Umgang mit Kindern und findet dafür vor allem Worte, die auch anderen Eltern weiterhelfen ihren Kindern auf Augenhöhe zu begegnen. In ihrem neuen Buch setzt sie sich mit gefühlsstarken Kindern auseinander. Bananenbrot ohne Zucker. Wirklich sommerlich ist dieses Rezept zwar nicht, aber Bananenbrot hat doch irgendwie immer Saison. Dieses Rezept ist zuckerfrei, Cashewmus sorgt für einen Twist und sobald die Bananen hier ein wenig reifer sind, wird es auch ausprobiert. Einfach lecker. Und gleich noch ein Rezept. Das steckt voll sommerlicher Frische, geht aber vor allem richtig schnell (gerade im Sommer wichtig) und einfach. Die Akteure heißen grüne Spargel und dunkles Brot, wie es genau geht, hat Carola vom Blog Frische Brise  in diesem Instagram-Post aufgeschrieben. Wandern mit kleinen Kindern. Ob das zusammenpasst? Caroline von Wurzelinchen  ist sich da sicher und hat jede Menge Tipps und Tricks für entspannte …

Das Packhaus

Gewinnspiel: Ein Platz zum Arbeiten

***Dieser Beitrag enthält Werbung.*** Ideen verwirklichen, sie vorantreiben, und vor allem: die Arbeit an die eigenen Lebensumstände anpassen und nicht umgekehrt. Das Packhaus bietet den passenden Rahmen für genau das. Gemeinsam verlosen wir nun einen Arbeitsplatz für einen Monat! Vereinbarkeit. Es ist kein schönes Wort, aber eines, dass uns oft beschäftigt. Denn das Thema „Arbeit und Kind“ ist von jeder Menge Vorstellungen, Meinungen und Konzepten überfrachtet und dabei vor allem eines: individuell und nie ganz leicht zu lösen. Gerade selbstständigen Müttern fällt es dabei oft nicht leicht die richtige Balance zu finden und zwischen all dem Alltag vor allem auch einmal Raum für sich und ihre ganz eigenen Ideen. Das Packhaus in Wien kann so ein Raum sein. Auf 4000 Quadratmetern hat sich hier in den vergangenen Jahren das größte heimische Startup Hub in Zwischennutzung gebildet. Es ist ein Ort für Vordenker und Umsetzer, Kreative und Konzeptionisten, für mehr als 80 Unternehmen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, dabei aber eines gemeinsam haben: Sie haben nicht nur gute Ideen, sie setzen sie auch um. Ab Sommer …

Links der Woche KW20

Empfehlung: Links der Woche KW20

Federschmuck für die Wand, ein DIY für den Wickeltisch, ein neues Hörbuch, sommerliche Rezepte und ein ganz besonderes Projekt für die Mutter-Kind-Bindung, das sich vor allem gut anhört. Das sind unsere Netzfunde der Woche. Grundlagenküche. Pasta selber machen, ist immer eine gute Idee. Ohne Nudelmaschine klappt das z.b. mit diesem Rezept von „Kitchenstories Wörthersee“. Hörenswert. Hopes & Dreams heißt ein neues Album, dass das Ergebnis der Zusammenarbeit frischgebackener Mütter und arrivierter Musiker – gemeinsam haben sich die Beteiligten dem Phänomen Schlaflied angenommen. Weil das Vorsingen Kulturtechnik ist, dabei nicht nur Babys, sondern auch deren Mütter beruhigt und sich bewiesenermaßen positiv auf die Mutter-Kind-Bindung auswirkt. Initiiert von der Carnegie Hall Corporation, mit Fiona Apple, Diane Reeves und vielen mehr. Sommerfrische. Und noch ein schönes Rezept für einen Minze-Limetten-Sirup. Genäht und gewickelt. Dass aus ein paar Metern Seil ein schöner Wickelkorb werden kann, zeigt Claudia vom Blog „Was für mich“, mit einer detaillierten Anleitung, die auch kleine Schwierigkeiten und Selbermach-Herausforderungen nicht auslässt. Selbstfürsorge zum Hören. Gemeinsam mit Familienberaterin Lydia Syllaba hat Bloggerin Daniella Gaigg die Reihe „Mama …

Matthäus Bär im Interview

Matthäus Bär: Alles nur kein Märchenonkel

Was tun, wenn die kindliche Emanzipation als blinkendes, knallbuntes Plastikspielzeug daher kommt? Matthäus Bär macht Musik, die auch Eltern gefällt, dabei aber immer auf der Seite der Kinder ist. Der Musiker im Gespräch über Freiheits- und Depressionssongs, über die Kunst Gefühle zu transportieren und warum es nicht „eh wurscht ist“ wie Musik für Kinder klingt. Er macht Schluss mit dem Märchenonkel-Klischee und findet, dass Kinder musikalisch mehr verdient haben, als plumpe Après-Ski-Ästhetik. Matthäus Bär ist hierzulande ein Vorreiter dessen, was man Neue Deutsche Kinderwelle nennt. Gemeint ist Musik für Kinder, die auch Eltern mögen, bei der Hip Hop oder Punk Rock aber eben auf exakt jene Themen treffen, die in der Kindergarten-Garderobe für Zündstoff sorgen. Bei der nicht das ewige „Du sollst“ (Zähneputzen, z.b.), sondern auch endlich mal das „Du kannst“ (denken, träumen, fordern) im Vordergrund steht. Was gute Musik für Kinder ausmacht und wie es sich anfühlt vor einem Saal voller Siebenjähriger auf der Bühne zu stehen, erzählt Matthäus Bär im Interview. Wie hat denn das Projekt Matthäus Bär begonnen? Und: Warum braucht es überhaupt gute …