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Kinderchor: Integration hört sich gut an

Kinderchor. Wir Kinder vom Kleistpark.

Ein cooler Chor, obendrauf ein Kinderchor, geht das? Ja, das geht. „Wir Kinder vom Kleistpark“ zeigt es vor. Können, gute Laune und nicht zuletzt der Blick über den Tellerrand hat der Formation immerhin schon das siebte Album eingebracht.

Als Projekt einer Kita im Berliner Stadtteil Schöneberg hat es begonnen, als eine Art Verlängerung des morgendlichen Singkreises, sozusagen. Dabei ging es zunächst einfach darum, die Freude der 3 bis 5-Jährigen am Musizieren zu fördern, die Kraft der Musik zu nutzen, um soziale Fertigkeiten und das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit zu stärken – oft auch über die Sprachgrenzen hinweg. Musik als pädagogisches Konzept, also. Zehn Jahre später sind „Wir Kinder vom Kleistpark“ dem morgendlichen Singkreis aber längst entwachsen. Der Chor ist nicht nur über die Kiezgrenzen, sondern auch weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt, aus der Kita-Gruppe wurde eine enorme, singende, tanzende und musizierende Truppe – multikulturell und generationsübergreifend.

Die Arbeit mit den Kindergartenkindern ist dabei immer noch zentral, das Ensemble besteht aber längst auch aus Schülern einer benachbarten Musikschule, Jugendlichen, die dem Chor auch weit über das Kindergartenalter hinweg treu geblieben sind, und erwachsenen Musikern. Sie alle arbeiten zusammen, proben in den Räumen am Kleistpark und stehen regelmäßig auf Berliner Bühnen.

Musik, die Brücken baut.

„Integration ist hörbar“,  heißt es auf der Website zum Projekt. Und das ist mehr als bloß ein  Schlagwort. Denn hier musizieren die Kinder unterschiedlicher Herkunft nicht nur gemeinsam, sie studieren vor allem auch ein internationales Repertoire ein. Dass die Kinder durch die Teilnahme „offen gegenüber anderen Menschen, gegenüber Unbekanntem“ werden, ist dabei auch zentraler Gedanke für Initiatorin und Projektleiterin Elena Marx.

Dort wo die Sprache als Kommunikationsmittel an ihre Grenzen stößt, wird die Musik also zum verbindenden Element, schafft eine Möglichkeit sich auszudrücken, sich auch dann verständlich zu machen, wenn die Wörter einmal fehlen. Dabei sind „Wir Kinder vom Kleistpark“ aber eben nicht nur ein nettes Nachbarschaftsprojekt, sondern vor allem ausgezeichnet instrumentalisiert. Und das klingt dann nach Jazz und nach Klezmer, nach Sufi-Musik und Chansons. Nur kindisch klingt es eigentlich nie.

Tipp:
Website: www.wirkindervomkleistpark.de
Im Fernsehen: Der RBB hat das Projekt besucht, den TV-Beitrag gibt es hier zum nachschauen.

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