Neueste Artikel

Rezept für einen Hefekranz.

Flecht-Gebäck: Ein Zopf für den Ostertisch

Ostern lebt von den einfachen und dabei besonderen Dingen. In diese Reihe passt auch dieser Hefekranz ziemlich gut, denn das Zopfmuster verwandelt ihn im Handumdrehen in ein Festgebäck. Wir haben die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Nachflechten.

Dieser Hefezopf ist eigentlich ein Kranz. Er ist zart und flaumig, schmeckt pur, genauso wie mit Butter und macht sich ganz ausgezeichnet auf dem Ostertisch. Wie bei jedem Hefeteig gibt es eigentlich nur zwei Regeln: Man muss geduldig sein – beim kneten wie beim ruhen – und für angenehme Wärme sorgen. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Genauer haben wir das schon einmal hier beschrieben.

Rezept für einen Hefekranz.

Bei diesem Rezept wurde der Zucker ganz schön reduziert, nämlich beinahe halbiert. Man kann ihn aber auch ganz weglassen. Eine leicht fruchtig-frische Note bekommt der Kranz, in dem man Zitronenzesten in den Teig mischt. Mit Orangenschalen schmeckt es auch.

Zutaten:

  • 750 Gramm Mehl
  • 70 Gramm Zucker
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 1 Prise Salz
  • 300 ml Milch
  • 100 Gramm weiche Butter
  • 2 Eier
  • Die Schale einer halben unbehandelten Zitrone
  • 1 Eigelb und 1 EL Milch zum bestreichen

Rezept für einen Hefekranz.

Als erstes den Hefeteig zubereiten. Milch und Butter in einem Topf  bei leichter bis mittlerer Temperatur erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist und abkühlen lassen bis sie lauwarm ist.

Mehl, Zucker, Salz und Hefe (wichtig: keine Hefe zum anrühren verwenden!) zusammen mischen. Die buttrige Milch, Zitronenschalen und die Eier mischen und zu den trockenen Zutaten geben. Wer eine hat, sollte nun zur Küchenmaschine greifen und den Teig mit dem Knethaken bearbeiten. Wer keine hat, braucht Ausdauer (und warme Hände). Gut 15 Minuten muss der Teig geknetet werden, fertig ist er, wenn er sich von der Rührschüssel löst.

Den Teig nun mit einem Geschirrtuch abdecken. Gehen lassen, und zwar an einem angenehm warmen Ort, aber nicht wärmer als 45 Grad.

Nach etwa einer Stunde sollte sich der Teig verdoppelt haben.

Rezept für einen Hefekranz.

Den aufgegangen Teig einmal einboxen, aus der Schüssel holen und herunterkneten. Besonders fluffig wird der Zopf, wenn man den Teig jetzt noch einmal gehen lässt, 20 Minuten sollten reichen. Dann den Teig wieder einkneten, auf einer bemehlten Unterfläche einrollen, in acht gleich große Stücke teilen und in gleichmäßige lange, dünne Teigrollen formen.

Rezept für einen Hefekranz.

Jetzt beginnt der spaßige Teil. Jeweils zwei Schnüre nebeneinander positionieren und der Länge nach und zur Seite hin in eineinander schlingen.

Rezept für einen Hefekranz.

Die überlappenden Rollen nun im Uhrzeigersinn über die jeweils nächsten Teigpaare schlingen.

Rezept für einen Hefekranz.

Die Enden schließlich unter den Zopf schlingen und leicht andrücken.

Den fertig geflochtenen Kranz noch einmal 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. In der Zwischenzeit den Backofen auf 175°Celsius vorheizen. Das Eigelb und den Esslöffel Milch verquirlen und den Kranz damit bepinseln. Schließlich für 40 Minuten backen und nach der Hälfte der Backzeit mit einem Backpapier bedecken, damit er nicht all zu dunkel wird.

Fertig ist der Frühstückszopf. Er schmeckt am allerbesten frisch, luftdicht verpackt hält er sich aber auch einige Tage.

 

Das könnte dich auch interessieren:

Farben aus dem Küchenschrank, Teil 1: Ostereier mit Rotkraut färben

Farben aus dem Küchenschrank, Teil 2: Zwiebelschalen und Kurkuma

Deko für den Ostertisch: Blumenmädchen DIY

Du möchtest dir dieses Rezept für später merken? Speicher es dir einfach auf Pinterest ab!

osterkranz

raus aus der Wenn-Dann-Falle

Raus aus der Wenn-Dann-Falle!

Jeder hat sie schon gesagt, doch niemand will sie hören. Ein wenig Gelassenheit, Mut zur Verantwortung und Spaß an kreativen Lösungen können helfen, die unliebsamen Wenn-Dann-Sätze aus der Eltern-Kind-Grammatik zu verbannen.

(Dieser Text erschien zuerst bei hello familiii, www.hellofamiliii.at)

„Wenn du nicht aufisst, gibt es keinen Nachtisch“, „Wenn du nicht sofort aufhörst, Sand zu werfen, gehen wir nach Hause.“ Und der Klassiker: „Wenn du jetzt nicht kommst, gehe ich ohne dich“. Sätze wie diese sind häufig zu hören – das macht sie aber nicht unbedingt besser. Denn Wenn-Dann-Konstruktionen sind in der Regel kontraproduktiv. Sie sind ein guter Hinweis dafür, dass Eltern ihre Machtposition ein gutes Stück weit ausreizen, um das Kind zu einer gewünschten Reaktion zu bringen – und damit tun sie weder sich selbst noch ihrem Kind einen Gefallen. „Meistens steht Druck dahinter. Druck, den die Eltern haben und
in stressigen Situationen an ihr Kind weitergeben“, weiß Michaela Auer-Ottenschläger. Für uns hat die Familienberaterin und Pädagogin (www.familytalk.at)das Phänomen einmal genauer unter die Lupe genommen, klassische Wenn- Dann-Fallen analysiert und sich außerdem mögliche Alternativen überlegt.

Aber, was passiert denn nun eigentlich genau, wenn wir in den Wenn-Dann-Moddus fallen? Im Grunde handelt es sich um Erpressung, selbst dann, wenn sie „liebevoll-konsequent“ verpackt wird. Dem Kind wird signalsiert, dass es keine andere Möglichkeit hat als sich dem Elternwunsch entsprechend zu benehmen, vor allem aber, dass gar nicht erwartet wird, dass es das freiwillig tut. Und genau an diesem Punkt tut sich schnell eine Negativ-Spirale auf, nämlich dann, wenn der Gewöhnungseffekt eintritt, die Kinder nicht mehr reagieren und die Eltern zu immer stärkeren Druckmitteln greifen.

Was aber sofort passiert, ist, dass die Verantwortung für die Situation plötzlich beim Kind liegt und nicht länger beim Erwachsenen. „Sobald ich in den Machtkampf reingehe, stell ich mich auf die gleiche Stufe wie das Kind und fange an zu ziehen. Das ist keine erwachsene Haltung“, so Familiencoach Auer-Ottenschläger. Und weiter: „Mit dem Machtspiel fangen immer die Elern an.“ Womit Auer-Ottenschläger den Eltern keine schlechten Absichten unterstellen will. „Dahinter liegt meistens Stress, Zeitdruck ist ein ganz klassisches Phänomen. Wenn dann auch noch das Kind nicht „funktioniert“, geraten die Eltern in noch größeren Stress und werden blind für andere Möglichkeiten.“ Hakt es in den immer gleichen Situationen, lohnt es sich jedenfalls einmal genauer hinzusehen und in einem ruhigen Moment nach Lösungsstrategien zu suchen.

Dialog statt Drohung.

Denn es geht nicht darum, das Ziel aus den Augen zu verlieren, also etwa pünktlich aus dem Haus zu kommen oder das Kind vom Sand werfen abzu bringen, nur spielt der Weg dorthin eben auch eine wichtige Rolle. „Es ist wichtig in Verbindung zu bleiben, das Kind zu sehen und in Führung zu gehen“, sagt Auer-Ottenschläger und meint damit vor allem Dialog statt Drohung. „Wenn ich mein Bedürfnis zeige und ein ehrliches Interesse an den Bedürfnissen meines Kindes habe, dann bin ich auf einer persönlichen Ebene, ich zeige mich und übernehme sofort Verantwortung. Es herrscht Gleichwürdigkeit und ein Miteinander.“ Das bedeutet nicht immer pure Harmonie. Muss es auch nicht, Konflikte sind gut und im Idealfall konstruktiv, nur wird die Verantwortung für den Konflikt nicht auf den Schultern des Kindes abgeladen. Doch was heißt das jetzt praktisch, etwa für die Sandwerf-Situation? „Zuerst muss ich genau schauen, was da passiert. Ist es eine ungeschickte Art Kontakt aufzunehmen? Fühlt sich mein Kind bedrängt? Was steckt dahinter? Dann kann ich vermitteln, kann verbinden oder meinem Kind helfen sich friedvoll abzugrenzen. Dabei lernt das Kind viel, nämlich über die Grenzen des anderen Kindes und die eigenen. Wird es einfach nur bestraft, hat es gar nichts gelernt.“

Ein Nein darf sein.

Dabei ist es auch für Mütter gar nicht immer so einfach sich abzugrenzen – von der (vermeintlichen) Meinung der anderen Spielplatzmütter, der tickenden Uhr und nicht zuletzt den eigenen Ansprüchen. Allesamt Faktoren, die den Stresspegel in die Höhe und einen im Zweifelsfall wieder in die Wenn-Dann- Gasse treiben. Gelassen bleiben kann nur, wer noch Ressourcen dafür hat. „Viele Eltern glauben, sie müssen immer Ja sagen. Das ist eine Falle, die irgendwann zuklappt. Es ist ganz wichtig Nein zu sagen, wenn es um die persönlichen Grenzen geht.“ Damit dieses Nein, aber nicht aggressiv kommuniziert wird, muss es nachvollziehbar sein und früh genug kommen. „Ich will das meine Grenzen gewahrt werden, also muss ich das dem Kind vorleben. Und ich bin gefordert die Grenzen meines Kindes zu wahren. Die Kinder lernen dadurch, dass ich achtsam mit ihnen umgehe, wiederum achtsam mit anderen umzugehen.“

Gesucht: Kreative Lösungen.

Was immer erlaubt ist: gemeinsam kreative Lösungen suchen und zu überlegen, ob man das Nein des Kindes nicht einfach stehen lassen kann. Das Kind will seine Jacke nicht anziehen? Vielleicht ist ihm einfach nicht kalt. Morgens ist immer zuwenig Zeit? Vielleicht kann das Kind unterwegs frühstücken. Vor der Supermarktkasse herrscht regelmäßig Dramaalarm? Viel- leicht kann das Kind beim Einkaufen Aufgaben übernehmen, die ihm Spaß machen. Und, wenn sonst nichts klappt, hilft vielleicht ein Witz. Auer-Otten- schläger: „Humor baut Spannung ab, ganz plötzlich sieht man so vielleicht auch neue Lösungsmöglichkeiten.“

Praxis-Beispiele: Familiencoach Michaela Auer-Ottenschläger analysiert klassische Wenn-Dann-Konstellationen

Raus aus der Wenn-Dann-Falle: Praxisbeispiele

Familiencoach Michaela Auer-Ottenschläger hat drei typische Beispiele aus der Praxis genauer unter die Lupe genommen und analysiert:

Verantwortung abgeben.

„Wenn du dich jetzt nicht endlich anziehst, sagen wir den Ausflug ab und bleiben Zuhause.“

Hektische Aufbruchstimmung, das Freizeitprogramm wartet. Es geht in den Zoo, zum Kin- dergeburtstag oder zu Tante Margarete. So oder so sollte die Familie schon längst los, doch das Kind ist noch nicht einmal angezogen. Schon ist es gesagt: „Wenn du jetzt nicht kommst, bleiben wir eben daheim.“ Auer-Ottenschläger: „Mit diesem Satz übertrage ich die ganze Verantwortung für die Situation, aber auch die schlechte Stimmung auf das Kind. Ich sage im Grunde: Du bist schuld, wenn wir keine schöne Zeit haben. Das ist unangebracht und ziemlich sicher auch nicht wahr. Besser wäre es vielleicht das Anziehen in ein Spiel zu verpacken oder Jacke und Schal einfach einzupacken und erst im Bus anzuziehen. Man darf es sich auch leicht machen!“

Die leere Drohung.

„Wenn du jetzt nicht kommst, geh ich ohne dich!“

Das Kind rutscht und schaukelt, ist versunken in seine Sandbauten. Die Mutter will jetzt gehen. Das sagt sie einmal, zweimal und dann kommt es: „Wenn du jetzt nicht kommst, geh ich ohne dich“. Alleingelassen zu werden, ist eine Urangst, deswegen ist diese Drohung natürlich besonders gemein. Gerade bei kleinen Kindern wird es daher auch funktionieren, aber eben nur so lange, bis bemerkt wird, dass es sich um eine leere Drohung handelt. Auer-Ottenschläger: „Übergänge sind schwierig für Kinder und dazu gehören auch Ortswechsel. Deswegen sollte man das Kind angemessen darauf vorbereiten. Situationen, die immer wieder kehren, wie jene am Spielplatz, kann man ritualisieren, also immer auf die gleiche Art einleiten. Hat man die Entscheidung getroffen, dass es nun wirklich Zeit ist zu gehen, kann man auch einfach sagen: ‚Das ist jetzt so“ und in der Verantwortung bleiben, anstatt seinem Kind Angst einzujagen.

Klassische Erpressung.

„Wenn du jetzt nicht isst, gibt es keinen Nachtisch!“

Es ist ein Rumgezappel und Herumgestochere. Seit einer gefühlten Ewigkeit sitzt der Nachwuchs vor dem liebevoll angerichteten Teller, macht keine Anstalten auch nur zu kosten: „Wenn du jetzt nichts isst, dann gibt es auch keinen Nachtisch“. Auer-Ottenschläger: „Ich könnte auch sagen: ‚Spür mal nach, ob du wirklich satt bist‘ und akzeptieren, wenn mein Kind keinen Hunger hat. Natürlich kommen da auch verschiedene Bedürfnisse zusammen, vielleicht ist es mir schade um das Essen, vielleicht fühl ich mich auch nicht gewertschätzt für meine Mühe, vielleicht will ich, dass mein Kind gut und gesund ernährt ist. Dass darf ich auch kommunizieren, hier Druck auszuüben, ist aber übergriffig. Die Probe ist ganz leicht: Würde ich diesen Satz zu einer Freundin sagen? Wenn ich die Frage mit Nein beantworte, bin ich wahrscheinlich gerade nicht in einem gleichwürdigen Austausch.“

Ostereier färben mit Rotkraut.

Farbe aus dem Küchenschrank, Teil 1: Heuer machen die Eier blau

Auch mit natürlichen Farben lassen sich Ostereier färben, Rotkraut zaubert mit wenigen Hilfsmitteln gleich drei Farben Blau.

Die Eierfärbe-Saison ist offiziell eröffnet und auch heuer werden die passenden Materialien wieder aus dem Küchenschrank geholt. Während wir letztes Jahr noch zu Kurkuma und Roten Rüben gegriffen haben, wurde nun mit Rotkraut experimentiert. Nicht nur, dass sich das Ergebnis wirklich sehen lassen kann, der Weg dorthin gleicht einem unterhaltsamen und vor allem Kleinkindtauglichen Ausflug in den Chemieunterricht.

Viele Pflanzenpigmente sorgen für schöne Farben auf dem (weißen) Ei: Spinat färbt grün, getrocknete Heidelbeeren lila, Karotten orange. Manche Farbstoffe können einfach mit dem Ei mit gekocht werden (Kurkuma) andere müssen lange ziehen (Rotkraut). Das Ergebnis ist stets unaufdringlich, zart und schön.

Ostereier färben mit Rotkraut.

Für den Färbespaß werden folgende Utensilien gebraucht:

  • Ein Rotkraut-Kopf
  • 1,5 L Wasser
  • 1 EL Backpulver
  • 2 EL Apfelessig
  • (wenn möglich weiße) Eier
  • Gefäße für das Farbbad
  • Zeit

Ostereier färben mit Rotkraut.

Zuerst wird das Rotkraut geschnitten und in einem Topf mit Wasser bedeckt. Nach dem Aufkochen auf niedriger Flamme eine gute Stunde lang dahin köcheln lassen. In der Zwischenzeit werden die Eier vorbereitet. Etwaige Stempel können leicht mit Apfelessig entfernt werden. Die Eier in etwa 12 Minuten hart kochen und – wichtig – nicht abschrecken, sondern langsam auskühlen lassen.

Ostereier färben mit Rotkraut.

Das Rotkraut aus dem Wasser seien. Wir haben drei Varianten des Farbsuds angesetzt: Pur, mit einem kräftigen Schuss Apfelessig und mit 1 EL Backpulver. Wichtig ist, dass die Eier vollständig bedeckt sind und sich im Idealfall nicht berühren. Perfektionisten sollten die Eier darüber hinaus dann und wann auch drehen, damit die Aufliegestelle nicht zu stark sichtbar wird. Die Eier können nun über Nacht oder gern auch länger im Wasserbad vergessen werden.

Ostereier färben mit Rotkraut.

Hier das Ergebnis der Reihe nach: Ein leichter Grünstich kommt vom Backpulver, Apfelessig bringt dunkle Ergebnisse und der pure Sud führt zu einem sanften Blauton.

Ostereier färben mit Rotkraut.

Das könnte dich auch interessieren:

Farbe aus dem Küchenschrank, Teil 2: Ostereier färben mit Zwiebel und Kurkuma

Du willst dir die Anleitung für später merken? Pinne sie einfach auf Pinterest:

Ostereier färben mit Rotkohl

Weben

Wandschmuck DIY: Weben am Stock

Wer erinnert sich noch an Weben in der Volksschule? Viele Wochen brachten wie damals damit zu, einen Webrahmen zu bauen, ein wenig zu hämmern und zu sägen, bevor wir  schließlich viele bunte Schnüre einfädeln konnten. Das machte Spaß und ergab immerhin den einen oder anderen Flickenteppiche für die Puppenstube. Dabei ist Weben natürlich mehr als bloßer Kinderkram. Ausgeklügelte Webtechniken sorgen für wunderschöne Ergebnisse, die sich an der Wand genauso gut machen wie auf dem Boden. Wie das aussehen kann, kann man etwa bei Christina vom Blog „Federleicht“ sehen.

Trotzdem lassen sich bereits mit einfachen Grundkenntnisse schöne Stücke fertigen. Und Kinder ab fünf machen da in der Regel auch gerne mit.

wall hanging diy

 

Wall Hanging DIY
Anleitung

 

Augen auf beim Waldspaziergang. Denn mit einer Astgabel lässt sich ein Webrahmen besonders leicht improvisieren. Außerdem eignen sich Wollreste gut für diese Bastelei. Besondere Anschaffungen sind also nicht nötig.

Materialien:

  • Astgabel
  • eine reissfeste Schnur, z.b. gewachsten Hanfgarn
  • Wolle in verschiedenen Farben und Stärken

diy wall hanging

Zunächst muss mit dem Garn eine Art Grundgerüst gebunden werden. Dafür schlingt man die Schnur zunächst um den einen Ast, führt sie durch die Mitte hindurch auf die gegenüberliegende Seite, um den Ast herum, wieder zur anderen Seite und immer so fort. Der Faden bildet also eine Art Achter und verläuft in jeder Runde einmal über Kreuz. Das Ganze sieht dann schließlich so aus:

diy wall hanging

Schon kann die Weberei beginnen. Die Wolle nun abwechseln oben und unten über den Grundgarn führen.

diy wall hanging

Besonders schön wird das Ergebnis, wenn Wolle in unterschiedlichen Farben und Stärken verwendet wird.

diy wall hanging

Du möchtest dir dieses DIY-Projekt für einen späteren Zeitpunkt aufheben? Speicher es dir am besten auf einem Pinterest-Moodboard ab:

diywallhanging

Wiener Schulen mit Reformpädagogik

Bildung: Was bedeutet eigentlich Freinet, Montessori, Dalton?

Montessori, Freinet, Dalton-Plan, Waldorf. Es gibt zahlreiche reformpädagogische Konzepte, einige von ihnen haben auch schon Einzug in die Regelschule gefunden. Allen gemeinsam ist, dass sie die Individualität des Kindes respektieren, ihm auf Augenhöhe begegnen wollen. Aber: Wo liegen nun die Unterschiede zwischen diesen Lernkonzepten? Ein Überblick:

Freinet-Pädagogik. Das reformpädagogische Konzept nach Celestine und Elise Freinet hat seine Wurzeln in der sozialistischen Bewegung der frühen 1920er Jahre. Hier wird die Klasse zu einer Art Kooperative, in der neben den Lehrern auch die Schüler ihren Anteil haben. Die Freinet-Pädagogik baut auf vier Grundsätzen auf: Die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt, Selbstverantwortlichkeit, sowie Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortlichkeit. Lernen durch Experimente, soll Dinge besser begreifbar machen, Zeit für freie Arbeit, soll die Möglichkeit schaffen individuelle Interessen zu p egen. Im Klassenrat können die Schüler ihren Alltag mit gestalten. Die Wiener Lehrerin Eva Obernberger unterrricht nach der Freinet-Methode (VS Karl Löwe Gasse) und erzählt aus der Praxis:

Jedes Kind arbeitet etwas anders, deswegen ist unser Unterricht sehr individualisiert. Dabei haben die Kinder Struktur, sogar ziemlich viel, der Unterschied ist aber, dass diese Strukturen an das Kind angepasst werden und nicht umgekehrt. Uns ist wichtig eine Pädagogik der Praxis zu sein. Es versucht ja auch niemand einem Kind das Radfahren theoretisch beizubringen. Es gibt keine Methode, die für jedes Kind passt. Es ist absurd mit einer Idee alle Kinder zu unterrichten. Wir müssen das Kind sehen und spüren. Im Grunde sind wir Lernbegleiter. Wir beobachten, wir begleiten und die Kinder holen sich die Hilfe, die sie brauchen.“

Montessori-Pädagogik. Die Pädagogik nach Maria Montessori ist wahrscheinlich die bekannteste reformpädagogische Richtung. Vor allem die, die Sinne ansprechenden, Materialien sind weit verbreitet. Das Konzept geht auf die Arbeit der italienischen Ärztin Maria Montessori und ihre Erfahrungen in Waisenhäusern zwischen 1907 und 1950 zurück. „Wir müssen das Kind führen, in dem wir es frei lassen“, sagte sie etwa. Beinahe zum Slogan wurde „Hilf mir, es selbst zu tun“. Gemeint ist damit, dass das Kind nach seinen persönlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Interessen am besten lernt. Das heißt nicht, dass das Kind sich selbst überlassen wird: Kern der Montessori-Pädagogik ist neben der aufmerksamen Lernbegleitung, nämlich die „vorbereitete Umgebung“ – bekannt sind vor allem die Materialien, innerhalb dieser Struktur kann sich das Kind frei bewegen und individuell entwickeln.

Waldorf-Pädagogik. 1919 wurde die erste Waldorfschule gegründet. Das pädagogische Konzept nach Rudolf Steiner feiert heuer also ein 100-jähriges Jubiläum. Dieser anthroposophischer Unterrichtstypus findet sich in öffentlichen Schulen nicht und wird nur in Privatschulen unterrichtet (Die Wiener Waldorfschule verfügt allerdings über Öffentlichkeitsrecht und schließt mit staatlich anerkannter Matura ab). Die Waldorfpädagogik geht von vier verschiedenen Temperamenten aus (Choleriker, Sanguiniker, Melancholiker, Phlegmatiker) und will auf diese unterschiedlichen Charaktere individuell eingehen. Ethikunterricht, Bühnenspiel, Gesangs- und Instrumentalunterricht stehen im Fokus. Fixer Bestandteil des Curriculums ist außerdem das Fach Eurythmie, in dem die Kinder sich durch bestimmte Bewegungsabläufe und gemeinsamen Tanz ausdrücken sollen.

Dalton-Plan. Der Dalton-Plan basiert auf dem Unterrichtskonzept der Amerikanerin Helen Parkhurst und ist heute vor allem in den Niederlanden verbreitet. Parkhurst entwickelte ihre Methode zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts, ihre Pädagogik steht in einer gewissen Nähe zur Montessoripädagogik, Parkhurst und Montessori verband eine sich gegenseitig befruchtende Freundschaft, sie bereisten gemeinsam Amerika und Parkhurst unterstützte Maria Montessori dabei, ihre Ideen auch in Kalofornien umzusetzen.. Auch sie kritisierte vor allem die Gleichförmigkeit des klassischen Unterrichts und setze den Fokus auf Selbstständigkeit, Eigenverantwortlichkeit und Wahlmöglichkeiten für die Schüler. Um dies umzusetzen, entwickelte sie den Dalton-Plan – individuelle Lehrpläne (strukturiert in Wochen- und Monatspläne), die den Schülern ermöglichen sollen einen persönlichen Arbeitsrhythmus zu finden.

Montessori & Co: Wiener Volksschulen mit Reformpädagogik

Diese Liste von Wiener Volksschulen mit reformpädagogischen und alternativen Bildungskonzepten wird laufend aktualisiert.

1010


VS Stubenbastei.
Mehrstufenklasse mit Montessoripädagogik. www.vsstubenbastei.schule.wien.at

1020


Kunst in der Schule.
Öffentliche Volksschule Czerninplatz. Atelierunterricht, Offenes Lernen, Montessoriorientierter Unterricht in der Mehrstufenklasse, www.kunstinderschule.schule.wien.at

1030


VS Eslarngasse.
Mehrstufenklassen, Schülerparlament. www.eslarngasse.at

GTVS Landstraße. Reformpädagogische, Integrative Mehrstufenklassen. www.gtvs.schule.wien.at

1080


VS Pfeilgasse
. Reformpädagogische Mehrstufenklasse. (Freinet und Montessori), www.vs-pfeilgasse.schule.wien.at

1090


VS Gilgegasse.
 Eine reformpädagogische Mehrstufenklasse, Montessoripädagigik, Freinet. www.vsgilgegasse.at

1100


Offene Volksschule am Herderplatz.
Mehrstufenklassen, Schwerpunkt auf Gewaltfreie Kommunikation. www.volksschule-herderplatz.at

1120


Reformpädagogische Volksschule in der Karl Löwe Gasse.
(Montessoripädagogik, Reformpädagogik, Mehrstufenklassen u.v.m.) www.karl-loewe.schule.wien.at

1150


Oskar-Spiel-Schule. 
Öffentliche Volksschule mit individualpsychologischer,
integrativer Grundausrichtung (WIR). www.oskarspielschule.schulweb.at

1170


VS Kindermanngasse.
8 Montessoriklassen, 4 Klassen Offenes Lernen. www.kindermanngasse.schule.wien.at

VS Rötzergasse. Mehrstufenklassen, Montessoripädagogik, Offenes Lernen. www. roetzergasse.at

1180


Schule im Park.
Ganztagsvolksschule im Währinger Park. Ansätze reformpädagogischen Unterrichts, Schülerinnenparlament, Ökolog-Schule. www.vs-park.schule.wien.at

Volksschule Bischof-Faber-Platz. Montessoripädagogik. www.volksschule-bischof-faber-platz.at

1200


Integrative Lernwerkstatt Brigittenau.
Altersgemischt, integrativ, für 6-15-Jährige, Ganztagsschule. Schulversuch: „Flexible Grundschule“, Österreichischer Schulpreis 2014. www.lernwerkstatt.or.at

1220


Löwenschule Aspern.
12 Montessoriklassen, Mehrstufenklasse, Integrationsklassen. www.loewenschule-aspern.at

 

Das könnte dich auch interessieren:

Bildung: Was bedeutet eigentlich Freinet, Montessori, Dalton-Plan?

Montessori Schule

Bildung: Reformpädagogik in der Volksschule

Eltern von Kindern, die 2019 schulpflichtig werden, müssen sich spätestens jetzt Gedanken über die passende Schule machen. Eine Entscheidung, die nicht leicht zu fällen ist, die sich in den allermeisten Fällen irgendwo zwischen der Wahl der Kindergartenfreunde, Nähe zum Wohnort und den Betreuungszeiten versteckt. Und nicht zuletzt der Frage, auf welche Art gelernt und mit welcher Haltung dem Kind begegnet wird.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen sind hierzulande enorm. Das hat mit der Schulautonomie zu tun und den damit verbundenen Freiheiten der Schulleitung. Die Lernziele sind zwar verbindlich festgelegt, wie diese erreicht werden, liegt aber im Ermessensbereich der Direktion. Ein Umstand, der auf der einen Seite sehr erfreulich ist – schließlich sind so niederschwellig leicht Veränderungen möglich, unabhängig von politischen Entscheidungen und Stimmungen – auf der anderen Seite ist es für Eltern schwer bis gar nicht nachvollziehbar, wie und nach welchen Konzepten an den einzelnen Schulen nun eigentlich unterrichtet wird.

In Wien gibt es jedenfalls eine Reihe von öffentlichen Volksschulen, in denen nach reformpädagogischen Konzepten gearbeitet wird. Es gibt allerdings keine offizielle Datenerhebung dazu, keine Liste, auf der Eltern auf einem Blick erfahren, ob hier Frontalunterricht oder Freinet, Montessori oder doch Dalton-Plan auf dem Programm steht. Der Besuch vor Ort, Mundpropaganda und Empfehlungen sind der einzige Weg sich ein ungefähres Bild zu machen. Genau deswegen soll an dieser Stelle eine kleine Liste mit jenen Wiener Schulen entstehen, die ganz bewusst einen Fokus auf reformpädagogische Konzepte legen. Diese Liste ist ganz bestimmt unvollständig, wird aber regelmäßig aktualisiert.

Hier gehts zur Liste:Montessori Schule

Wiener Volksschulen mit Reformpädagogik

 

Das könnte dich auch interessieren:

Die wichtigsten reformpädagogischen Konzepte im Überblick

wrap

Gut gewickelt: Wraps mit Süßkartoffel-Blumenkohl-Fülle

Dieses Rezept gehört eindeutig in die Kategorie Comfort Food. Die Zubereitung ist unkompliziert, das Wintergemüse wärmt, stärkt und schmeckt besonders im Zusammenspiel mit Fenchel und Kräutern.

Wir nennen es Bastelessen. Gerichte, die aus verschiedenen Komponenten bestehen – Salaten, Gemüse, Dips, Getreide, Nudeln und mehr – die man sich individuell und direkt auf dem Teller zusammenstellt. Denn das sind Speisen, bei denen alle auf ihre Kosten kommen.

So ist die Bastel-Methode zur Basis unserer Familienküche geworden ist. Sie bewahrt uns regelmäßig davor nur Gerichte mit kleinstem gemeinsamen Nenner (Nudeln, also) auf den Tisch zu bringen oder ständig in die „Bitte, probier doch mal“-Falle zu tappen und am Ende des Tages doch wieder nur Butterbrot zu schmieren.

Wraps sind ein Klassiker der Bastelküche. Man kann sie auf so viele unterschiedliche Weisen füllen, dass es eigentlich niemals langweilig wird. Besonders beliebt ist bei uns zur Zeit diese Version:

Wraps mit Süßkartoffel-Blumenkohl-Fülle:

Die Gemüsefülle kommt aus dem Rohr, trifft im Wrap auf eine schnelle Tomatensauce, verschiedene Salate und einen Klecks Hummus.

Rezept Wraps

Die Zutaten:

Für das Gemüse:

  • 1 große Süßkartoffel
  • 1 Blumenkohl
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 TL Fenchelsamen
  • Salz & Pfeffer

Für die Sauce:

  • Passierte Tomaten
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Liebstöckl
  • frische Kräuter (z.b. Basilikum, Oregano, aber auch Schnittlauch oder Kresse passen)

Außerdem:

  • Babyblattspinat
  • ein kleiner Kopf Rotkraut
  • eine halbe Orange
  • Hummus
  • 8 große Weizen/Mais-Tortilla-Fladen

Rezept Wrap

Zubereitung:

Zunächst das Backrohr auf 220°C vorheizen. Die Süßkartoffel gut waschen (nicht schälen) und gemeinsam mit dem Blumenkohl in kleine Stücke schneiden. Das Gemüse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen. 3 EL Olivenöl und die Fenchelsamen untermischen, nach Belieben salzen und pfeffern. Das Gemüse auf oberer Schiene im Backrohr etwa 25 Minuten garen bis der Blumenkohl an den Spitzen leicht gebräunt ist.

Unterdes die Tomatensauce ansetzen (Knoblauch in Öl anbraten, passierte Tomaten und Kräuter beigeben und leicht köcheln lassen) und das Rotkraut dünn schneiden. Dann das Rotkraut mit den Händen kneten, reichlich salzen, noch einmal kneten, mit dem Saft einer halben Orange beträufeln und stehen lassen. (Das Rotkraut kann auch gut vorbereitet werden und hält sich im Kühlschrank problemlos einige Tage)

Jetzt ist eigentlich schon alles getan und die einzelnen Zutaten können serviert werden. Die Tortillafladen nun mit der Tomatensauce einstreichen, nach Belieben füllen. In unserer Erwachsenenvariante also mit Gemüse, frischem Baby-Blattspinat, Rotkraut und einem Klecks Hummus, für die Kinderhand zuletzt nur mit Tomatensauce und einzeln herausgepickten Süßkartoffeln. Aber, wer weiß, vielleicht wandert beim nächsten Mal ja schon ein kleines Stückchen Blumenkohl in den Wrap. Guten Appetit!

Rezept Wrap

Das könnte dich auch interessieren:

Familienküche: Rezept für Tomaten-Reisbällchen

Familienküche: Süßkartoffelpuffer mit Bohnensalsa

Gesunder Brotaufstrich: Rezept für Rote-Rüben-Hummus

Baby Led Weaning: Spinatküchlein mit frischen Kräutern

Spielzeugdesign

Design: Die Spielemacher

Spielen ist entdecken, probieren, verstehen. Gutes Spielzeugdesign macht die Welt für Kinder daher nicht nur schöner und bunter, sondern auch besser begreifbar.

Stapeln und Stupsen. Werfen und Wiegen. Experimentieren und Handeln. Es heißt, das Spiel ist die Arbeit des Kindes. Und tatsächlich: Im Spiel fallen Kinder in einen Zustand zerstreuter Konzentration, der bemerkenswert ist. Automatisch nähern sie sich dabei physikalischen Grundkonzepten an (schütten, werfen, fallen), konstruieren und entwerfen, kreieren eigenständige Spielwelten und üben in ausgeklügelten Rollenspielen schließlich die sozialen Skipts ihrer Umgebung. Spielen ist identitätsstiftend, spielen bildet. „Spielen ist Leben lernen“, geht Karin Schmidt-Ruhland noch einen Schritt weiter. „Mit einem guten Spielzeug kann ein Kind aktiv werden und seine Fähigkeiten ausprobieren. Es kann den Gegenstand fühlen, sein Material spüren, sehen, riechen, seine Gestalt wahrnehmen und interpretieren.“ Schmidt-Ruhland ist Professorin für Spiel- und Lerndesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle. Es ist das einzige Studium dieser Art in Europa und so sind es in der Regel auch ihre Absolventen, die Neuheiten für Hersteller wie Ravensburger, Mattel, Haba und Revell entwickeln.

 

Forschungslabor Kita. Weil Design immer auch ein Ausloten von Problemen ist, die Kinderperspektive für den Designer aber nicht eindeutig einnehmbar ist, wurde an der Kunstuni kurzerhand ein recht ungewöhnliches Forschungslabor eingerichtet: eine Kita nämlich. 50 Kinder arbeiten sich hier wie nebenbei an den Prototypen ab, geben knallhartes Feedback und stiften Ideen. Während die Studenten beobachten, auf Augenhöhe gehen und Bedürfnisse ausloten, um darauf wiederum gestalterisch Antworten zu formulieren. „Die Kita ist toll. Mein Lehranspruch ist nutzerorientiert und dabei geht es eben vor allem darum Probleme zunächst sichtbar zu machen, die der Gestalter dann löst. In der Kita können unsere Studenten nun mitspielen, beobachten und die Prototypen werden auf Herz und Nieren geprüft.“ Design ist ohnehin immer interdisziplinär, geht es um Spielzeug sind es vor allem die Bereiche Pädagogik, Psychologie und Didaktik, die nahtlos mit einfließen. Die Ausbildung dieser „Bezugskompetenzen“ hat an der Burg Giebichenstein einen hohen Stellenwert. Denn gerade, weil Kinder sich im Spiel eine Idee von der Welt machen, „ist die Gestaltung von Spielprodukten eine verantwortungsvolle Aufgabe“, sagt Schmidt-Ruhland. Im Gespräch mit der Designerin gibt es dann auch einen Begriff, der immer wieder fällt – er lautet Freiheit. Weil gutes Spielzeug nicht beschränkt, sondern Möglichkeiten aufzeigt, Anreize schafft. „Spielprodukte sollten eine große Interpretationsmöglichkeit bieten.“ 

spielzeugdesign

Ein Ding, tausend Spiele. Gutes Spielzeug ist immer ein Angebot, nie eine Handlungsanweisung. Nach diesem Konzept lässt sich wohl auch Bilibo, ein Entwurf des Schweizer Designers Alex Hochstrasser, am besten verstehen. Bilibo ist knallbunt, kugelig, aus Kunststoff gefertigt, erinnert an eine Art Stuhl ohne Beine – eine Spielschale. Bilibo ist enorm erfolgreich, wurde mit zahlreichen Preisen bedacht und war auch schon im New Yorker Moma ausgestellt. Das hat vor allem zwei Gründe: Es taugt zu allem und nichts und antwortet gleichzeitig auf eine typische Problemstellung der Zeit: Der Reibungsfläche von kindlichem Bewegungsdrang und städtischem Leben, das in der Regel drinnen stattfindet. „Bilibo soll Neugier wecken und Kinder dazu inspirieren sich eigene Spiele auszudenken. Es geht darum, dass die Kinder zu ihren eigenen Erfindern und Erzählern werden“, sagt Hochstrasser, den bei der Entwicklung seiner bunten Spielschale vor allem auch der kindliche Umgang mit Alltagsgegenständen inspiriert hat, etwa Sessel und Umzugskartons. Und so lädt Bilibo nun zum kreiseln, schaukeln und rutschen ein, genauso wie zum bauen und sortieren. Es soll dabei nicht zuletzt augenzwinkernde Alternative zu klassischem Holzspielzeug sein, das in der Regel einen pädagogischen Ansatz verfolgt, Hochstrasser jedenfalls oft zu „dogmatisch“ ist. Spielen muss schon Spaß machen.

 

Der Baustein, ein Klassiker. Trotzdem ist Holz im Bereich hochwertigen Spielzeugs nach wie vor Werkstoff Nummer 1. Und der klassische Baustein – Keimzelle von Konstruktion und Architektur – dabei das Objekt an dem sich Designer besonders gern abarbeiten. Quadratisch, rechteckig, asymmetrisch, schwer oder leicht, hoch oder niedrig: Generationen von Spielzeugkonstrukteuren haben sich bereits auf die Suche nach dem perfekten Holzstein gemacht. Christian Lessing ist einer von ihnen. Inspiriert von Da Vincis Brücke ohne Mörtel besteht sein „Mauersack“ aus 40 schiefen Steinen, die sich mit Geschicklichkeit und ein wenig Gespür für Statik mauerartig ineinander verkeilen und anordnen lassen. Nachwuchsdesignerin Lena Mühl – auch sie studierte bei Schmidt-Ruhland – fiel bei der Spielzeugmesse in Nürnberg wiederum mit ihren „VogelVaus“ auf –  dabei werden sympathische tierische Steine in V- und Vogel-Form verbaut. Und auch Christoph Groetsch hat sich an einer neuen Formgebung versucht. Für seine Manufaktur „Formknall“  konstruierte er die wabenförmigen „Hotz“-Klötze. Auch hierzulande gibt es Bewegung im Baustein-Segment. Eine Materialinnovation brachte etwa die Bioblo-Gründer dazu ein komplett neues Bausteinsystem zu entwickeln, das mittlerweile in ganz Europa vertrieben wird. Bio-Fasal nennt sich das und besteht aus Holz (60 Prozent) und upgecycleten Plastikbechern (40 Prozent). Wie bei Groetsch ist es der Blick in die Natur hin zu den Bienen, der die Formgebung bestimmt: „Waben sind besonders stabil bei gleichzeitiger Materialeffizienz“, erklärt Bioblo-Geschäftsführer Stefan Friedrich. Farbliche Vielfalt ist Teil des Konzepts: „Damit kann man einfach alles bauen – Tiere, Schiffe, Festungen. Die extremsten Bauprojekte setzen dabei oft die Väter um“, so Friedrich. Das ist gut, immerhin machen Kinder nach, was sie sehen, lernen in dem sie sich ein Beispiel nehmen. „Wir konditionieren die Kinder, geben unsere Lebensentwürfe an sie weiter“, sagt etwa Schmidt-Ruhland. Erwachsene können es sich auf dem Spielteppich ruhig bequem machen. Friedrich berichtet jedenfalls von „kontemplativer Entspannung“ . Und die tut ja allen gut.

Dieser Text erschien zuerst im Die Presse Schaufenster (Nr. 39/ 23.11.2018).