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Expertentipps: Der richtige Sonnenschutz für Babys und Kleinkinder

Hautärztin Verena Beck

Es heißt nicht ohne Grund: „Die Haut vergisst nicht“. Der richtige Sonnenschutz ist das A und O, um den Sommer auch wirklich unbeschwert genießen zu können. Das gilt ganz besonders für Babys und Kleinkinder. Hautärztin Verena Beck beantwortet im Interview über die wichtigsten Fragen rund um das Thema.

Was ist bei der Auswahl der richtigen Sonnencreme zu beachten?

Man sagt, bis zum 1. Lebensjahr sollte man bei Sonnenexposition mit einer mineralischen Sonnencreme cremen, dann, je nach Produktzulassung, bis zum 2. oder 3. Lebensjahr weiter. Erst danach kann zu einer chemischen Creme gegriffen werden. Prinzipiell ist eine mineralische Sonnencreme für Kinder sicher zu bevorzugen, aber auch hier muss man immer den Einzelfall abwägen. Sonnenschutz geht immer vor. Lässt sich ein Kind etwa sehr ungern mit einer mineralischen Creme einschmieren, weil die eben dicker ist und einen weißen Film hinterlässt, dann lieber eine andere Creme als keine. 

Gibt es eine Faustregel, an der sich Eltern orientieren können?

Die wichtigste Regel ist reichlich einzuschmieren.Ein  hypoallergener  Sonnenschutz mit 50 +LSF, der extra für die Kinderhaut entwickelt ist, sollte die erste Wahl sein.

Wie cremt man richtig? Wie lange vor dem Sonnengang? Wie oft?

Mineralische Sonnencremen schützen sofort, chemische Sonnencremen erst nach etwa 30 Minuten. Am besten ist es, das Kind in der früh einzuschmieren. Damit ist man erstmal auf der sicheren Seite. Die Frage nach dem „Wie oft“ ist gar nicht so leicht zu beantworten, weil das vom jeweiligen Präparat und vom Freizeitverhalten des Kindes abhängig ist. 

Jetzt ist es passiert: Mein Kind hat einen Sonnenbrand. Was tun?

Wenn da wirklich eine Rötung ist, dann handelt es sich um eine Verbrennung 1. Grades. Da treten Entzündungszellen auf den Plan und es passiert etwas in der Haut. Man sollte also zum Hautarzt gehen, die betroffene Stelle wird wohl lokal mit einem leichten Cortisonpräparat behandelt werden. Ich weiß, dass das viele Eltern verunsichert, aber es kommt immer auf den Anlassfall und die richtige Dosierung an. Und der Sonnenbrand schadet dem Kind mehr. Darüber hinaus wirken auch kühlende Salben, etwa mit Aloe Vera, oder auch Umschläge aus Topfen beruhigend auf die Haut. Darüberhinaus ist es auch wichtig den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen und darauf zu achten, dass das Kind ausreichend trinkt. Und vor allem: Nicht weiter in die Sonne gehen!

Ist der Gang zum Arzt wirklich notwenig?

Wenn tatsächlich eine Verbrennung vorliegt, sollte man den Arzt aufsuchen, ja. Ein Kind hat weitaus schwerwiegendere, drastischere Reaktionen auf einen Sonnenbrand als ein Erwachsener. 

Mein Kind neigt zu Allergien, worauf muss ich achten?

Es sollte ein hypoallergenes Sonnenprodukt ohne Duftstoffe gewählt werden. Wichtig ist ein hoher UVA-Schutzanteil, dies sollte in Produkten aus Europa, die zertifiziert und getestet sind, sichergestellt sein. Generell gilt, dass das Verhältnis bei Sonnencremen mindestens 1 Drittel Schutz vor UVA-Strahlen, 2 Drittel Schutz vor UVB-Strahlen sein muss. Es gibt aber auch Produkte mit höherem UVA-Schutz, darauf kann man achten.

 

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